Alles was Sie über Allergien wissen sollten 
allergien.com liefert viele Antworten zum Thema Allergie:
- Was ist eine Allergie?
- NEU: Ratgeber 2012 für Allergiker
- Einmal Allergiker - Immer Allergiker?
- Was ist eine Nahrungsmittelallergie?
- Was versteht man unter Asthma Bronchiale?
- Welche Allergietypen werden unterschieden?
- Welche Symptome lassen auf eine Allergie schliessen?
- Wie findet der Arzt heraus, worauf man allergisch ist?
- Haben Sie den Verdacht, dass Sie unter einer Allergie leiden?
Hier finden Sie weitere nützliche Hintergrundinformationen zum Thema Allergien..
Pflaster gegen Heuschnupfen? 
Laufende Nase, tränende Augen – für Menschen, die allergisch auf Gräserpollen reagieren, sind Frühling und Sommer die Hauptleidenszeit. Bislang ist die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) die einzige ursächliche Behandlung für Pollenallergiker. Hierbei erhält der Patient über einen Zeitraum von mehreren Jahren regelmäßig eine Injektion mit „seinem“ Allergen in langsam steigender Dosis. Auf diese Weise soll das überaktive Immunsystem an die eigentlich harmlosen Pollen gewöhnt werden, sodass die Abwehrreaktion sich wieder normalisiert. Allerdings ist diese Therapie sehr langwierig und erfordert viel Geduld.
Jetzt gibt es neue Hoffnung für Allergiker: Am Universitätsspital Zürich wird die Behandlung mit einem Pflaster erprobt. Das Pflaster enthält Extrakte von sechs verschiedenen Gräserpollen, die über die Haut in den Organismus gelangen. An dem klinischen Versuch nahmen 132 Heuschnupfen-Patienten teil. Sechs eintägige Anwendungen des Pollenpflasters am Oberarm, verteilt auf zwei Monate, bevor die Gräserpollen in der Natur fliegen, waren ausreichend, um die Symptome auch noch im Folgejahr im Schnitt um 70% zulindern, so die Forscher. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf.
Die Schweizer Wissenschaftler führen diesen Erfolg auf zwei Eigenschaften der Haut zurück: Zum einen befinden sich in der Haut viele spezialisierte Immunzellen, die Fremdkörper schnell erkennen und eine gezielte Abwehrreaktion auslösen können. Außerdem gibt es in den äußeren Hautschichten keine Blutgefäße, sodass die Pollen nicht in den Blutkreislauf gelangen können. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis das Pflaster im klinischen Alltag angewendet werden kann, denn es gibt noch ein kleines Problem: Damit die Pollenallergene in die Haut eindringen können, muss die darüberliegende Hornschicht abgetragen werden. Dafür wird bislang ein Klebeband verwendet. Damit werden jedoch nicht bei jedem Patienten befriedigende Ergebnisse erzielt, sodass man diese Methode noch verbessern möchte.
(Quelle: Gabriela Senti, Seraina von Moos, Fabian Tay, Nicole Graf, Theodor Sonderegger, Pål Johansen and Thomas M. Kündig (2011). Epicutaneous allergen-specific immunotherapy ameliorates grass-pollen-induced rhinoconjunctivitis: A double-blind placebo-controlled dose-escalation study. Journal of Allergy and Clinical Immunology online: doi: 10.1016/j.jaci.2011.08.036)
Senf-Allergie – eine eher ungewöhnliche Lebensmittelallergie 
Klein, gelb, scharf und manchmal auch richtig gefährlich: Senf hat es ganz schön in sich – auch, wenn es um das Thema Allergien geht. In Deutschland ist die Senf-Allergie
jedoch ein eher seltenes Phänomen. Die meisten Fälle treten in
Frankreich auf – also dort, wo es bekanntlich auch besonders viele
verschiedene Senfsorten gibt. Betroffen sind in der Regel Erwachsene.
Häufig treten zudem Kreuzallergien mit Beifuß-Pollen auf.
Die Symptome der Senf-Allergie reichen von leichtem Unwohlsein bis hin zum anaphylaktischen Schock.
Der Körper reagiert dabei auf das im Senfsamen enthaltene Eiweiß, das
rund 28 Prozent eines Senfkorns ausmacht. Bereits sehr kleine Mengen
davon können allergieauslösend sein.
Eine Senf-Allergie
kann mittels eines Prick- oder Intrakutantests festgestellt werden.
Beim Pricktest wird mithilfe einer Nadel die Haut innerhalb des
vorgesehenen Testbereichs leicht eingepiekt. Anschließend wird auf diese
Stelle eine geringe Menge einer allergenhaltigen Lösung aufgetragen.
Nach 20 bis 30 Minuten zeigen sich erste Reaktionen: Im Falle einer
Allergie rötet sich die Haut, schwillt an und kann sogar juckende Quaddeln bilden. Falls der Pricktest keine eindeutigen Ergebnisse
erbringt, kann ein Intrakutantest durchgeführt werden. Hierbei spritzt
der Arzt die allergenhaltige Lösung direkt unter die Haut. Eventuelle
allergische Reaktionen zeigen sich beim Intrakutantest sehr deutlich.
Das
Senf-Allergen ist unempfindlich gegen Hitze und wird beim Kochen nicht
zerstört. Daher müssen Allergiker Senf, Senfsamen und sämtliche
senfhaltige Produkte konsequent meiden. Das ist nicht ganz einfach. In
Mitteleuropa wird Senf nicht nur als Tafelsenf zum Würzen verwendet,
sondern findet sich ebenso in Fertigprodukten. Die Identifizierung ist
mühsam. Spuren von Senf können in Aufstrichen, Burgern, Bratlingen,
Marinaden, sauer eingelegtem Gemüse, Curry, Würzmischungen, -soßen und
-pasten enthalten sein.
Herbstzeit – Hochsaison für die Hausstaubmilbenallergie 
Hausstaubmilbenallergiker haben nie Ruhe: Während sich Pollenallergiker darauf freuen können, wenn die Blütezeit von Gräsern, Bäumen und Sträuchern endlich vorbei ist, leiden Patienten mit einer Hausstaubmilbenallergie unter einer ständigen Allergenbelastung. Häufig zeigen die Betroffenen ganzjährig allergische Symptome. Im Winter wird es allerdings häufig richtig schlimm: Durch das Beheizen der Wohnräume und der infolge dessen sinkenden Luftfeuchtigkeit sterben viele Hausstaubmilben und zerfallen, was Unmengen an Allergenen freisetzt.
Die Ursachen der Hausstaubmilbenallergie sind Allergene, die aus dem Kot lebender und aus den zerfallenen Körpern toter Hausstaubmilben stammen. Die Allergene befindet sich überall dort, wo auch Milben leben: in Matratzen, Polstermöbeln, Teppichen, Vorhängen und Kuscheltieren. Hausstaubmilben ernähren sich von menschlichen Haaren und Hautschuppen und bevorzugen ein feuchtwarmes Klima mit Temperaturen zwischen 20 und 35 Grad sowie einer 70- bis 75-prozentigen Luftfeuchtigkeit.
Bei einer Hausstaubmilbenallergie macht es Sinn, das Bett zu erneuern, da die Milben besonders regelmäßig genutzte Matratzen lieben. Es empfiehlt sich, am besten alle Matratzen im Haushalt mit einem allergendichten Matratzenüberzug zu überziehen. Auch für das Bettzeug gibt es milbendichte beziehungsweise allergendichte Bezüge. Alternativ sollten Decken, Kissen, Laken und Bezüge regelmäßig bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
Als wenig wirkungsvoll hat sich das Entfernen von Teppichen erwiesen. Auf glatten Böden werden die Allergene noch stärker aufgewirbelt als bei kurzflorigen Teppichböden. Nur wer häufig wischt, profitiert von Parkett oder Laminat.
Für die Fälle, in denen diese Maßnahmen nicht greifen, gibt es auch ein Angebot an Milbensprays, Pulvern und bestimmten Waschmittelzusätzen. Die Anwendung dieser Maßnahmen ist aber nur vereinzelt bei besonders schweren Symptomen sinnvoll.
Muttermilch liefert keinen Allergieschutz 
Muttermilch gilt als die beste Säuglingsnahrung und schützt das Neugeborene vor Erkrankungen, da die Muttermilch Antikörper der Mutter gegen verschiedene Erreger enthält. Sie führt dem Kind Abwehrstoffe gegen die Erreger zu, mit denen die Mutter in der Vergangenheit in Berührung gekommen ist beziehungsweise gerade in Kontakt kommt. Diese helfen dem Kind dabei, sein eigenes Immunsystem aufzubauen. Das Immunsystem eines Babys muss nämlich erst lernen, welche Erreger in seiner Umwelt vorkommen – und sich entsprechend mit seiner Abwehr darauf einstellen.
Dieser Schutz gilt allerdings nicht in Hinblick auf Allergien, wie Forscher kürzlich feststellten. Kinder, die weniger als vier Monate lang ausschließlich gestillt werden, haben kein höheres Risiko für allergische Hautekzeme als Kinder, die länger als vier Monate nur Muttermilch erhalten. Diese Ergebnisse lieferte die bislang größte epidemiologische Studie zum Thema Allergien bei Kindern ("International Study of Asthma and Allergies in Childhood"), die im British Journal of Dermatology publiziert wurde. Ausgewertet wurden dafür die Daten von mehr als 51.000 Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren aus insgesamt 21 Ländern.
Was damit unter anderem nicht belegt werden konnte, ist die Annahme, dass spätes Abstillen vor allergisch bedingten Ekzemen schützt. Was hingegen die Entstehung von Allergien durchaus fördert, ist das frühe Zufüttern potenziell allergener Lebensmittel wie beispielsweise Erdnüsse. Das Thema Zufüttern und Allergien solle in weiteren Studien geklärt werden, so die Forscher.
Die Ergebnisse der Studie beziehen sich ausschließlich auf den Zusammenhang zwischen dem Stillen und allergischen allergischen Ekzemen. Die Vorteile des Stillens für die Gesundheit des Kindes sollen dadurch keinesfalls angezweifelt werden.
Haustiere können vor Allergien schützen 
Fell- und federntragende Haustiere sind als Allergieauslöser bekannt. Denn Tierhaare können ähnlich wie Pollen heftige Immunreaktionen verursachen. Dabei reagiert der Körper auf bestimmte, für Nichtallergiker ungefährliche Stoffe des im Fell klebenden Speichels. Infolgedessen bildet der Körper vermehrt Entzündungsstoffe und es kommt zu den typischen allergischen Symptome: Husten, Schnupfen, juckende und tränende Augen, Hautausschläge und bisweilen auch Atemnot. Je stärker diese Beschwerden im Kindesalter auftreten, umso wahrscheinlicher entwickeln die Betroffenen später auch Asthma.
Doch nun haben Forscher des Henry Ford Hospital in Detroit festgestellt, dass Haustiere auch vor Allergien schützen können. Sie fanden heraus, dass Kinder aus Familien, in denen bereits vor der Geburt oder in der frühen Kindheit ein Tier lebte, einen deutlich niedrigeren IgE-Spiegel (Immunglobulin E) haben. Dokumentiert wurde dies in der Wayne County Health Environment Allergy and Asthma Longitudinal Studie, die Auswertungen von 565 Jugendlichen umfasst. Seit deren Geburt bis zum 18. Lebensjahr sammelten die Forscher Daten zum Familienleben sowie den im Haushalt lebenden Tieren.
Dabei wurde deutlich, dass auch die Geburtsart das Allergierisiko beeinflusst. So hatten Kinder, die auf dem klassischen Weg geboren wurden und mit einem Haustier aufwuchsen, rund 16 Prozent niedrigere IgE-Werte. Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, wiesen sogar um 43 Prozent geringere IgE-Werte auf. Der Effekt war bei US-Kindern nichtafrikanischer Abstammung noch einmal klarer ausgeprägt als bei denen mit afrikanischen Vorfahren.
Vor allem im ersten Lebensjahr wirkte sich der Kontakt zu Haustieren signifikant positiv aus. Folglich dürfen Eltern unbesorgt sein, wenn der Nachwuchs schon früh viel mit Hunde, Katze und Co. in Berührung kommt.
Nickelallergie - Ärzte raten: Allergene möglichst vermeiden! 
Die Nickelallergie ist, genau wie andere Allergien auch, eine Autoimmunerkrankung. Das Tückische bei dieser Allergie ist jedoch, dass man sie meist erst nach längerem Hautkontakt mit Nickel bemerkt. Die Symptome sind üblicherweise Rötungen, Schwellungen, Juckreiz, Brennen, Bläschenbildung und Nässen. Diese Reaktionen sind nicht zwingend auf die Kontaktfläche begrenzt, sondern können sich weit darüber hinaus erstrecken. Auch für einen Fachmediziner kann es schon einmal schwierig werden, die Symptome eindeutig zuzuordnen. Wichtig ist es daher, den Arzt möglichst genau über die individuellen Lebensgewohnheiten zu informieren.
Gegen eine Nickelallergie können Patienten bis heute nur wenig selbst tun. Allergiker müssen Nickel schlichtweg konsequent vermeiden. Ob ein Schmuckgegenstand Nickel freisetzt, lässt sich beispielsweise mithilfe eines Nickeltests aus der Apotheke überprüfen. Dabei handelt es sich um einen Farbtest, bei dem zunächst Ammoniumhydroxidlösung auf ein Wattestäbchen aufgetragen wird. Anschließend berührt man damit das fragliche Objekt. Färbt sich das Test-Wattestäbchen dabei rot, ist dies Indiz dafür, dass der Gegenstand nickelhaltig ist.
Auch ein einfacher Selbsttest kann aufschlussreich sein. Dafür legt man eine Münze auf einen Hautbereich, der normalerweise nicht mit Nickel in Berührung kommt, also zum Beispiel auf die Innenseite der Arme. Rötet sich die Haut oder kommt es zu einem Ausschlag, ist es sehr wahrscheinlich, dass man unter einer Nickelallergie leidet.
In Arztpraxen werden Nickelallergien meist mit einem Patch- oder Epikutan-Test festgestellt. Nach zwei bis drei Tagen lässt sich anhand der Hautreaktion das Ergebnis ablesen – das jedoch nicht immer hundertprozentig sicher ist.
Eine akute Nickelallergie kann vorübergehend gut mit Glukokortikoiden behandelt werden. Kortison wirkt im Fall einer Nickelallergie sehr rasch, sollte jedoch innerhalb kürzester Zeit wieder abgesetzt werden. Mit der bei anderen Allergien sonst so erfolgreichen Desensibilisierung konnten Ärzte bei Nickelallergien bislang keine guten Ergebnisse erzielen.
Allergische Reaktionen auf Insektenstiche 
Mit ihren Warnfarben Schwarz und Gelb lösen Wespen nicht selten geradezu panische Reaktionen aus. Die Furcht mancher Menschen mag übertrieben wirken, doch für bis zu vier Prozent der Bevölkerung ist sie nicht unberechtigt. Denn diese Personengruppe reagiert allergisch auf die Gifte von Wespen und Bienen.
Eigentlich ist es nur ein kleiner Pieks, der noch nicht einmal besonders weh tut. Doch laut Wissenschaftlern der Universität Leipzig sterben jährlich bis zu 40 Menschen in Deutschland an den Folgen solcher Insektenattacken. Dabei handelt es sich in der Regel um Wespen- oder Bienenstiche. Der Stachel einer Hummel ist weniger gefährlich. Auch Hornissen, die schon allein aufgrund ihrer Größe oftmals furchteinflößend wirken, haben kein für den Menschen gefährliches Gift.
Der Grund für die starke Immunreaktion auf Insektengifte liegt an einer verhängnisvollen Sensibilisierung der Betroffenen, die beim ersten Stich ausgelöst wird. Bei jedem weiteren Stich reagiert der Körper dann mit heftigen Abwehrreaktionen. Die allergische Reaktion tritt in der Regel innerhalb von wenigen Minuten nach dem Stich auf. Bei einigen Allergikern beschränken sich die Symptome auf die Haut und es zeigen sich Rötungen, Schwellungen und Nesselsucht. In schweren Fällen kann es jedoch zu einer so genannten systemisch-anaphylaktischen Reaktion kommen. Erbrechen, Atemstörungen, Kreislaufzusammenbruch, Atemstillstand und ein Schockzustand sind die Folge. Die Patienten müssen umgehend notärztlich versorgt werden.
Allergiker, die auf Insektengift reagieren, sollten deshalb ständig eine Notfallapotheke mit sich führen. Diese enthält Kortisonpräparate und ein Antihistaminikum. Im Notfall kann auch Adrenalin in Form eines Inhalationssprays oder zur Selbstinjektion in den Muskel lebensrettend sein. Die Allergie gegen Insektengifte lässt sich zudem gut mit einer entsprechenden Immuntherapie behandeln. Dazu wird der Patient stationär in eine Klinik aufgenommen und erhält Injektionen mit dem Originalgift in einer speziellen Aufbereitung.