Das spezifische Immunsystem bildet bei einem Erstkontakt mit dem Antigen so genannte „Gedächtniszellen“, die bei jedem weiteren Kontakt vom spezifischen Abwehrsystem aktiviert werden. Dies geschieht sehr effektiv und auch treffsicher.
Es wird vom spezifischen Immunsystem auf zwei Ebenen gearbeitet:
- Zellulär: T- Zellen
- Humoral: Antikörper
Es kommen bei beiden Ebenen Gedächtniszellen aus der Reihe der Lymphozyten vor:
- T- Gedächtniszellen
- B- Gedächtniszellen
Auf der Oberfläche beider Gedächtniszellen befinden sich Antigenrezeptoren, die nach dem Schlüssel- Schloss- Prinzip durch spezifische Antigene angeregt werden.
T- Zellen
Die T- Zellen wurden nach dem Thymus benannt, weil sie dort zu immunkompetenten Zellen ausreifen. Es unterscheiden sich vier Untergruppen:
- T- Gedächtnis- Zellen
- T- Helfer- Zellen
- T- Suppressor- Zellen
- Zytotoxische Zellen
T- Gedächtnis- Zellen
Kommt es mit dem Antigen zu einem wiederholten Kontakt, so wird sofort das ganze Immunsystem aktiviert. Vor allem wird die Vermehrung der T- Zellen veranlasst. Kommt es daher zu einer Zweitinfektion mit den Viren, so verläuft diese in der Regel unbemerkt und folgenlos
T- Helfer- Zellen
Die T- Helfer- Zellen geben bei einem Allergen- Kontakt Zytokinen ab, welche die Abwehrreaktion anregen.
T- Suppressor- Zellen
Die T- Suppressor- Zellen haben die umgekehrte Aufgabe der T- Helfer- Zellen. Sie stoppen die überschießende Abwehrreaktion und beenden sie.
Zytotoxische Zellen
Diese Zellen haften sich sofort mit ihren Rezeptoren an die Oberfläche von den Viren und Tumorzellen und zerstören sie mit Hilfe von Enzymen. Man bezeichnet diesen Abtötungsvorgang als Lyse.
Antikörper
Antikörper, welche auch Immunglobuline genannt werden, sind körpereigene Proteine, die von den aktivierten Plasmazellen, den B- Zellen, gebildet werden. Sie bilden die humorale Seite des spezifischen Immunsystems dar. Ein Antikörper ist so aufgebaut, dass zwei Antigen- Anbindungsstellen vorhanden sind. Zudem zirkulieren sie im Blut und lagern in den Zellzwischenräumen ( Interstitium ) von Geweben.
Es werden aufgrund ihrer molekularen Unterschiede und ihrem Verhalten bei der Elektrophorese fünf Klassen unterschieden:
- Immunglobulin G
- Immunglobulin M
- Immunglobulin A
- Immunglobulin E
- Immunglobulin D
Immunglobulin G ( IgG )
Immunglobulin G ist mit knapp 80% der größte Anteil. Sie aktivieren das Komplementsystem und regen die Phagozytose an. Die Bildung der Immunglobuline G findet bei dem ersten Erregerkontakt in der Spätphase der Infektion statt. Findet ein erneuter Erregerkontakt statt, so sind diese sofort reaktionsbereit und werden automatisch nachproduziert.
Immunglobulin M ( IgM )
Das Immunglobulin M ist ein durchaus großes Molekül, was sich durch fünf normale Antikörper, d.h. jeweils zwei Antigen- Anbindungsstellen, erkennbar macht. So können fremde Zellen miteinander verklumpt und letztendlich inaktiviert werden. Sie werden bei einer Infektion sehr schnell von den aktivierten Plasmazellen gebildet.
Immunglobulin A ( IgA )
Dieses Immunglobulin A findet man vor allem in Körpersekreten, z. B. Tränenflüssigkeit, Bronchialschleim, usw. Dort reichern sie sich an und unterstützen die örtliche Abwehr von Erregern.
Immunglobulin E ( IgE )
Das Immunglobulin E spielt bei Allergien eine sehr wichtige Rolle. Zudem trägt es zur Abwehr von Parasiten bei. Durch seine besondere Struktur am Stamm wird das Andocken der Mastzellen möglich gemacht. Heften sich Allergene z. B. Pollen an den Antigen- Bindungsstellen an, so wird die Mastzelle stimuliert, die dann Histamin und weitere Entzündungsmediatoren ausschüttet.
Immunglobulin D ( IgD )
Man findet das Immunglobulin D auf der Hülle der B- Zellen. Die Aufgabe des Moleküls ist die Erkennung von Antigenen.