Darmflora kann Allergien beeinflussen

In der Ursachenforschung bei Allergien scheint eine Analyse des menschlichen Verdauungssystems ganz neue Aufschlüsse zu geben.Wissenschaftler fanden heraus, dass sich unsere Darmflora in drei verschiedene Typen beziehungsweise Ökosysteme einteilen lässt. Jeder dieser Typen wird von jeweils einer anderen Bakteriengruppe dominiert. Bei Typ 1 besiedeln vorwiegend Mikroben, die sich auf die Energiegewinnung aus Zuckern und Eiweißen spezialisiert haben, den Darm. Darüber hinaus produzieren sie große Mengen der Vitamine Biotin (B7), Riboflavin (B2), Pantothensäure (B5) und Vitamin C. Bakterien bei Typ 2 hingegen konzentrieren sich in erster Linie auf den Abbau von Zucker-Protein-Komplexen in der Darmschleimhaut sowie auf die Erzeugung von Folsäure und Thiamin (Vitamin B1). Die Besonderheit der Bakterien des dritten Typs ist, dass sie über extrem viele Transportkanäle verfügen. Auf diese Weise gelingt es ihnen, die bei der Proteinverdauung anfallenden Zuckermoleküle besonders effektiv zu verwerten.

Darmflora kann Allergien beeinflussen

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Darmflora aufbauen: Gesunder Darm schützt vor Allergien

Die Bakterien der Darmflora haben entscheidenden Einfluss auf die Verfassung unseres Immunsystems. Neben Allergien können auch Infektionen oder Autoimmunerkrankungen in einem mehr oder minder direkten Zusammenhang  mit einem gestörten Darmmilieu stehen. Mikrobiologen der Universität Michigan stellten zudem fest, dass häufiger Antibiotika-Konsum das Risiko für Atemwegsallergien erhöht. Dies liegt daran, dass die Medikamente die Darmflora vernichten, die für das Immunsystem als eine Art immunologischer Erkennungsdienst fungiert. Mediziner raten daher allgemein dazu, auf die Darmflora zu achten und sie zu pflegen. Empfehlenswert ist eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen, denn diese sichert das Überleben des Darmbiotops. Unterstützend wirken beispielsweise auch Joghurt und andere fermentierte Milchprodukte, da  sie vorübergehend die Anzahl immunkompetenter Milchsäurebakterien ansteigen lassen. Für Freunde von Wurst und Fleisch gibt es hingegen schlechte Nachrichten: Diese Lebensmittel wirken sich negativ auf die Darmflora aus. Nicht zuletzt spielt auch Stress eine wichtige Rolle bei Störungen der mikrobiotischen Darmbalance.

Darmflora aufbauen und erhalten

Am einfachsten die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen ist die Zufuhr durch probiotischen und präbiotischen Lebensmittel. Probiotika enthalten lebende Bakterien, die im gesunden Darm vorkommen sollten – Präbiotika enthalten Inhaltsstoffe, die die gesunden Bakterien zum Leben brauchen.



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