Haustiere können vor Allergien schützen
Fell- und federntragende Haustiere sind als Allergieauslöser bekannt. Denn Tierhaare können ähnlich wie Pollen heftige Immunreaktionen verursachen. Dabei reagiert der Körper auf bestimmte, für Nichtallergiker ungefährliche Stoffe des im Fell klebenden Speichels. Infolgedessen bildet der Körper vermehrt Entzündungsstoffe und es kommt zu den typischen allergischen Symptome: Husten, Schnupfen, juckende und tränende Augen, Hautausschläge und bisweilen auch Atemnot. Je stärker diese Beschwerden im Kindesalter auftreten, umso wahrscheinlicher entwickeln die Betroffenen später auch Asthma.
Doch nun haben Forscher des Henry Ford Hospital in Detroit festgestellt, dass Haustiere auch vor Allergien schützen können. Sie fanden heraus, dass Kinder aus Familien, in denen bereits vor der Geburt oder in der frühen Kindheit ein Tier lebte, einen deutlich niedrigeren IgE-Spiegel (Immunglobulin E) haben. Dokumentiert wurde dies in der Wayne County Health Environment Allergy and Asthma Longitudinal Studie, die Auswertungen von 565 Jugendlichen umfasst. Seit deren Geburt bis zum 18. Lebensjahr sammelten die Forscher Daten zum Familienleben sowie den im Haushalt lebenden Tieren.
Dabei wurde deutlich, dass auch die Geburtsart das Allergierisiko beeinflusst. So hatten Kinder, die auf dem klassischen Weg geboren wurden und mit einem Haustier aufwuchsen, rund 16 Prozent niedrigere IgE-Werte. Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, wiesen sogar um 43 Prozent geringere IgE-Werte auf. Der Effekt war bei US-Kindern nichtafrikanischer Abstammung noch einmal klarer ausgeprägt als bei denen mit afrikanischen Vorfahren.
Vor allem im ersten Lebensjahr wirkte sich der Kontakt zu Haustieren signifikant positiv aus. Folglich dürfen Eltern unbesorgt sein, wenn der Nachwuchs schon früh viel mit Hunde, Katze und Co. in Berührung kommt.