Senf-Allergie – eine eher ungewöhnliche Lebensmittelallergie
Klein, gelb, scharf und manchmal auch richtig gefährlich: Senf hat es ganz schön in sich – auch, wenn es um das Thema Allergien geht. In Deutschland ist die Senf-Allergie
jedoch ein eher seltenes Phänomen. Die meisten Fälle treten in
Frankreich auf – also dort, wo es bekanntlich auch besonders viele
verschiedene Senfsorten gibt. Betroffen sind in der Regel Erwachsene.
Häufig treten zudem Kreuzallergien mit Beifuß-Pollen auf.
Die Symptome der Senf-Allergie reichen von leichtem Unwohlsein bis hin zum anaphylaktischen Schock.
Der Körper reagiert dabei auf das im Senfsamen enthaltene Eiweiß, das
rund 28 Prozent eines Senfkorns ausmacht. Bereits sehr kleine Mengen
davon können allergieauslösend sein.
Eine Senf-Allergie
kann mittels eines Prick- oder Intrakutantests festgestellt werden.
Beim Pricktest wird mithilfe einer Nadel die Haut innerhalb des
vorgesehenen Testbereichs leicht eingepiekt. Anschließend wird auf diese
Stelle eine geringe Menge einer allergenhaltigen Lösung aufgetragen.
Nach 20 bis 30 Minuten zeigen sich erste Reaktionen: Im Falle einer
Allergie rötet sich die Haut, schwillt an und kann sogar juckende Quaddeln bilden. Falls der Pricktest keine eindeutigen Ergebnisse
erbringt, kann ein Intrakutantest durchgeführt werden. Hierbei spritzt
der Arzt die allergenhaltige Lösung direkt unter die Haut. Eventuelle
allergische Reaktionen zeigen sich beim Intrakutantest sehr deutlich.
Das
Senf-Allergen ist unempfindlich gegen Hitze und wird beim Kochen nicht
zerstört. Daher müssen Allergiker Senf, Senfsamen und sämtliche
senfhaltige Produkte konsequent meiden. Das ist nicht ganz einfach. In
Mitteleuropa wird Senf nicht nur als Tafelsenf zum Würzen verwendet,
sondern findet sich ebenso in Fertigprodukten. Die Identifizierung ist
mühsam. Spuren von Senf können in Aufstrichen, Burgern, Bratlingen,
Marinaden, sauer eingelegtem Gemüse, Curry, Würzmischungen, -soßen und
-pasten enthalten sein.