Ungesunde Ernährung begünstigt Allergien

Die Anzahl der Allergiker ist insbesondere in den Industrienationen in den letzten Jahrzehnten sprunghaft angestiegen. Zugleich sind „Wohlstandkrankheiten“ wie Adipositas, Bluthochdruck und Diabetes 2 auf dem Vormarsch. Wissenschaftler gehen inzwischen davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen ungesunder Ernährung beziehungsweise Überernährung und Allergien besteht.

Als Auslöser von Allergien werden in der Regel die verbesserten Hygienebedingungen genannt, die dazu geführt haben, dass Menschen empfindlicher auf an sich harmlose Substanzen wie Blütenpollen reagieren. Die Zunahme von Heuschnupfen wird außerdem durch den Klimawandel und den immer intensiveren, länger andauernden Pollenflug erklärt. Doch nun sieht es aus, als könnte auch der westliche Ernährungsstil mit industriell verarbeiteten Lebensmitteln mit hohem Zucker- und Fettgehalt  in Verbindung mit der Zunahme von Allergien stehen.

Das Zentrum für die menschliche Immunabwehr befindet sich im Darm. Hier leben mehr als die Hälfte aller Immunzellen. Die Darmflora kann, wie Forscher herausfanden, durch fettige und hochkalorische Nahrung gestört werden: Sie büßt mit der Zeit ihre Vielfalt an Bakterien und Mikroben ein. Dies kann zum Anstieg von allergischen und entzündlichen Erkrankungen führen.

Den Verdacht überprüften Mediziner in einer Studie, bei der die Daten von 29 italienischen und afrikanischen Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren verglichen wurden. Die Afrikaner stammten aus einem Dorf in Burkina Faso und ernährten sich vorwiegend von Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse. Die italienischen Kinder stammten aus der Nähe von Florenz und nahmen deutlich mehr Fleisch, Fett und Zucker sowie viel weniger Ballaststoffe zu sich. Auch die tägliche Kalorienanzahl unterschied sich stark: Während die Kinder aus Burkina Faso rund 1.000 Kalorien pro Tag zu sich nahmen, waren es bei den Kindern aus Florenz 1.500 Kalorien oder mehr.

Bei der Untersuchung der Darmbakterien zeigte sich dann, dass die italienischen Kinder deutlich mehr Darmmikroben hatten, die mit Übergewicht im Erwachsenenalter korrelieren. Davon abgesehen fehlten ihnen ein Teil von Fettsäuren, die vor Entzündungen des Verdauungstraktes schützen, sowie wichtige Darmbakterien wie Xylanibacter oder Prevotella. Diese Unterschiede ließen sich allein durch die Ernährungsgewohnheiten erklären, während Faktoren wie Erbanlagen, Klima, Geografie oder Hygiene kaum eine Rolle spielten.

Daraus lässt sich schließen, dass industriell verarbeitete Nahrung offenbar tatsächlich nicht „artgerecht“ für den Menschen ist. Die Ernährung der Kinder aus Burkino Faso hingegen ähnelte den Ernährungsgewohnheiten von vor 10.000 Jahren, kurz bevor die Landwirtschaft begann.

Ungesunde Ernährung begünstigt Allergien
Bewerten

Informationen zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Unser Experte

Newsletter

Produkte für Allergiker

Facebook

Twitter

Google+

Allergie Archiv