Tierhaar- und Pollenallergie – effektive Tipps zur Abhilfe

Schniefen, niesen und tränende Augen – Allergiker leiden zur Blütezeit im Frühsommer besonders stark, jedoch ziehen sich solche Blütezeiten auch immer länger in den Spätsommer hinein. Auch bei der Konfrontation mit bestimmten Haustieren tauchen die typischen Beschwerden bei vielen Menschen schlagartig auf. Was können Betroffene im Alltag tun, um ihre Lebensqualität zu verbessern?

Abbildung 1: Pollen machen vielen Menschen Schwierigkeiten – doch was können Allergiker tun, wenn ihre Pollen fliegen? Was hilft, um die Beschwerden zu lindern?
@ ulleo (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

Worauf sollten Allergiker verzichten?

Bestimmte Faktoren und Verhaltensweisen tragen zur Verschlimmerung allergischer Beschwerden bei. Hierauf sollten Allergiker am besten verzichten:

  1. Outdoor-Trips zur Blütezeit

Menschen, die etwa gegen Birkenpollen oder Gräserblüten allergisch sind, sollten ihren Outdoor-Urlaub oder das Wochenendpicknick möglichst nicht in die Blütezeit der jeweiligen Pflanzen legen. Je nach Art dauert dieses Zeitfenster einige Wochen bis Monate. Wann die fragliche Periode beginnt und endet, verrät Betroffenen ein Pollenflugkalender.

  1. Urlaub in den Vegetationsgebieten

Allergiker sollten ihre Frühjahres- und Sommerurlaubsziele durchaus nach der möglichen Pollenbelastung auswählen. Geeignet sind beispielsweise Regionen an der Nord- und Ostsee, die sich nicht nur durch einen geringen Pollenflug auszeichnen, sondern durch den Jod- und Salzgehalt der Luft auch gestressten Atemwegen guttun. Ebenso günstig ist die pollenarme Luft in den Höhenlagen der Alpen. Fernreiseziele im Süden, z.B. bereits die Kanarischen Inseln und die afrikanische Küste, kombinieren frische Seeluft mit einer exotischen Vegetation, auf die deutschen Allergiker nicht sensibilisiert sind.

  1. Allergieauslösende Haustiere

Hier bestehen individuelle Sensibilitäten – wer auf Katzen allergisch ist, muss auf Hunde nicht zwingend mit denselben Symptomen reagieren. Entscheidend ist dabei die Überempfindlichkeit gegen artspezifische Proteine, die sich in Haaren, Speichel, Hautschuppen und Urin des Tieres befinden. Obgleich die Empfehlungen dazu auseinandergehen, gelten spezielle Rassen wie Pudel oder Portugiesische Wasserhunde aufgrund ihrer Eigenschaft, kein Fell zu verlieren, als weniger allergieauslösend. Naturgemäß entwickelt auch kaum ein Tierhalter eine Allergie gegen haarlose Haustiere wie Reptilien oder Fische. Berücksichtigen sollten Pollen- und Schalentierallergiker jedoch auch das erforderliche Umfeld der jeweiligen Tierart: Kaninchen und Meerschweinchen benötigen Heu und einige Fischarten Futterkrebse.

Tipps zur Verbesserung der Situation

In der Blütezeit oder falls die Konfrontation mit allergieauslösenden Tieren nicht zu verhindern ist, helfen den Betroffenen diese Maßnahmen:

  • Antihistaminika: Diese Substanzen gehören zu den wirksamsten Medikamenten gegen allergische Symptome wie Niesen, Augentränen aber auch Kopfschmerzen und Übelkeit. Betroffene erhalten sie rezeptfrei als Tabletten, Nasentropfen, Augentropfen oder Salben. Das Prinzip dahinter bewirkt, dass der Körper bei Konfrontation mit den Allergenen weniger Histamin produziert, welches für die charakteristischen Symptome verantwortlich ist. Als Nebenwirkung kann Müdigkeit auftreten.
  • Luftreiniger: Um Pollen, Schimmelsporen oder Tierhaarallergene aus der Raumluft zu entfernen, können Allergikern auch Luftreiniger helfen. Wichtig ist dabei die richtige Ausstattung: Während Aktivkohlefilter ausschließlich Gase und Gerüche beseitigen, filtern sogenannte HEPA-Filter auch winzige Schwebestoffe in der Dimension von bis zu 0,3 Mikrometern aus der Luft. Feinstaub oder allergieauslösende Partikel werden von ihnen zu 99,99 Prozent neutralisiert.
  • Staubsauger mit Filterfunktion: Das Staubsaugen kann zwar – etwa im Falle von Hausstaubmilben – nicht sämtliche Allergene in der Umgebung entfernen, aber die Belastung merklich erhöhen, wenn das Gerät die aufgesaugten Partikel mit der ausgestoßenen Luft wieder in den Raum wirbelt. Auch hier ist ein HEPA-Filter die einzig wirksame Methode, um die Kleinstpartikel im Staubsauger zurückzuhalten. Den Filter sollten Allergiker mindestens einmal im Monat auswechseln, um die Schutzwirkung zu gewährleisten.
  • Hyposensibilisierung: Innerhalb dieser Behandlung, der sogenannten spezifischen Immuntherapie, gewöhnt man den Organismus langsam an geringe Dosen der allergieauslösenden Substanzen. Ziel ist, dass die körpereigene Immunantwort bei wiederholter Exposition nicht mehr so stark ausfällt. Die Behandlung führen Hautärzte mittels Injektionen durch, die in sukzessive größer werdenden Zeitabständen gegeben werden. Eine relativ neue Form der Therapie arbeitet mit Allergenen, die Betroffene oral einnehmen können. Sinnvoll ist die Desensibilisierung bei Pollen-, Insektengift- und Hausstauballergikern, die nicht unter schweren Grunderkrankungen leiden. Nach dem Ablauf von drei bis fünf Jahren stellt sich bei dem Großteil der Patienten der gewünschte Erfolg ein. Als Nebenwirkung während der Behandlung können allerdings allergische Reaktionen auftreten.

Weitere Tipps

Diese praktische Maßnahmen helfen ebenfalls, allergischen Beschwerden vorzubeugen oder sie abzumildern:

  • Haare waschen und Kleidung wechseln: Wer nach dem Spaziergang zur Blütezeit nicht den gesamten restlichen Tag lang leiden will, sollte die Pollen möglichst gründlich vom eigenen Körper entfernen. Dies gelingt effektiv durch Haarewaschen, Duschen und das Wechseln der Kleidung.
  • Wäsche in den Trockner geben: Wer zur Birken- oder Haselblüte seine Wäsche an der frischen Luft trocknet, sorgt dafür, dass sich die Allergene in den Textilien festsetzen. Besonders unangenehm wirkt sich dies bei der Bettwäsche aus. Kleidung, Laken und Bezüge sollten daher zur fraglichen Zeit lieber in den Wäschetrockner wandern – selbst wenn der Sonnenschein zum Energiesparen lockt.
  • Nicht alle Belastungen vermeiden: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Kinder in einem Haushalt mit Hund nicht häufiger eine Allergie entwickeln als Kinder in tierfreien Haushalten. In bestimmten Fällen soll die Anwesenheit von Tieren sogar vor Allergien schützen. Vorsorglich auf die Haustieranschaffung zu verzichten, bringt an dieser Stelle keinen Vorteil.
  • Stress reduzieren: Es klingt zwar zunächst esoterisch, doch wissenschaftliche Studien belegen, dass ein Anti-Stresstraining mittels Yoga, autogenem Training oder Meditation allergische Reaktionen nachhaltig vermindern kann. Der Hintergrund besteht hier in der Verminderung von Stresshormonen und der gleichzeitig stattfindenden Beruhigung des Immunsystems. Selbst bei Patienten mit Neurodermitis konnten entsprechende Therapien den quälenden Juckreiz und die sichtbaren Entzündungen verringern. Auch alternative Therapien durch Homöopathie oder Hypnose erweisen sich bei allergischen Beschwerden als wirksam. Ob hier allein der Glaube oder die Substanz das Immunsystem normalisiert, dürfte den erleichterten Ex-Allergikern dabei gleich sein.

Abbildung 2: Entspannung und die Reduktion von Stress können tatsächlich dazu beitragen, die Auswirkungen einer Pollenallergie etwas abzumildern.
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Fazit

Eine Allergie ist heutzutage kein unabwendbares Schicksal mehr: Moderne Hilfsmittel, Medikamente und praktische Verhaltensweisen erleichtern den Betroffenen den Alltag so wirksam, dass die Beschwerden teilweise vollständig verschwinden. Auf lange Sicht lohnt es sich für viele Allergiker dennoch, den Weg der Hyposensibilisierung zu gehen. So lässt sich nachher ein relativ beschwerdefreies Leben führen, ohne sich ständig auf den Pollenflug einstellen zu müssen.

Bildquellen:
Abbildung 1: @ ulleo (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: @ cuncon (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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