Allergiker werden nicht ausreichend behandelt

Allergien haben sich zur Epidemie des 21. Jahrhunderts entwickelt. 30 Prozent aller Deutschen leiden mindestens einmal im Leben an einer allergischen Erkrankung, jedes dritte Neugeborene kommt mit einem Allergierisiko auf die Welt. Doch nur sieben Prozent aller Heuschnupfenpatienten und fünf Prozent der Asthmatiker werden mit einer Hyposensibilisierung, der einzigen ursächlichen Allergietherapie, behandelt. Diese Daten basieren auf der Versorgungsstudie, die Prof. Dr. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen im Auftrag des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (AeDA) durchgeführt hat. Prof. Wasem wertete für seine Studie die Daten von 40 Millionen Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen aus.



Auf dem 8. Deutschen Allergiekongress Anfang September 2013 schlugen Allergologen hinsichtlich dieser gravierenden Unterversorgung von Allergikern Alarm. Es erfülle die allergologischen Fachgesellschaften mit allergrößter Sorge, dass Fortschritte, die in Deutschland zum Wohl der Patienten erarbeitet würden, nicht bei den Betroffenen ankommen, erklärte Kongresspräsident Prof. Dr. Eckard Hamelmann, Direktor der Universitätskinderklinik Bochum. „Allergien sind zur Volkskrankheit geworden. Obwohl sie tödlich verlaufen können, werden sie vielfach bagatellisiert“, so Prof. Hamelmann. Auch viele Patienten nehmen einen Heuschnupfen nicht ernst und lindern nur die Symptome mit freiverkäuflichen Arzneimitteln. Doch bei jedem vierten Patienten findet ein Etagenwechsel statt, d. h. aus der Pollenallergie entwickelt sich ein allergisches Asthma. Eine frühzeitige Behandlung der Allergie kann weitere „Fehltritte“ des Immunsystems verhindern und ist daher ausgesprochen wichtig.

Die alarmierenden Zahlen führten dazu, dass die Fachgesellschaften auf dem Allergiekongress das Aktionsforum Allergologie gründeten. Die übergreifende Interessengemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, das Wissen über Allergierisiken, die Möglichkeiten der Behandlung und die Erarbeitung einer gemeinsamen, bundesweiten Präventionsstrategie stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Außerdem fordert das Aktionsforum einen nationalen Aktionsplan Allergie.



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