Hypoallergene Babynahrung: Keine Garantie für Allergie-Schutz

Für mein Baby nur das Beste – das ist das Anliegen fast aller Eltern. Da Allergien weltweit auf dem Vormarsch und Kinder besonders häufig davon betroffen sind, ist das Vorbeugen von Allergien für viele Familien ein wichtiges Thema. Bei einigen Ratschlägen ist jedoch Vorsicht geboten, wie kürzlich eine Studie zum Thema Allergieprävention und hypoallergene Babynahrung zeigte. Sofern ein oder beide Elternteile Allergiker sind, so empfahl man den Familien bisher, nach dem Abstillen des Säuglings möglichst auf hypoallergene Babynahrung umzusteigen.



Der Sinn dieser Maßnahme ist allerdings anzuzweifeln, wie Wissenschaftler nun herausfanden. In einem Artikel der „Journal of Allergy and Clinical Immunology“ wird erläutert, dass mit hypoallergener Nahrung gefütterte Babys später genauso häufig Allergien entwickeln wie Säuglinge, die normale Babykost erhalten. David  Hill und seine Forschungsgruppe begleiteten 620 stark allergiegefährdete Kinder (Mutter, Vater oder beide Elternteile Allergiker) in den Jahren von der Geburt bis ins Grundschulalter. Sie wollten herausfinden, ob und auf welche Weise sich eine hypoallergene Kost sowie eine Ernährung mit Kuhmilch oder Babymilch aus Soja auf die Entwicklung von Allergien bei diesen Kindern auswirken. Als die Kinder sechs, 12 beziehungsweise 24 Monaten alt waren, wurde eine Reihe von Prick-Tests  (Allergietest) durchgeführt. Überprüft wurden dabei  die Reaktionen auf  Milch, Eier, Erdnüsse,  Hausstaubmilben, Roggen und Katzenhaare. Das Ergebnis überraschte: 18 der Kinder entwickelten in den ersten beiden Lebensjahren eine Allergie, wobei es aber es keinen Unterschied machte, ob sie hypoallergene Kost, Kuhmilch oder Sojamilch zu sich genommen hatten. Die Theorie, dass hypoallergene Babykost bei Kindern mit einem familiär bedingten erhöhten Allergierisiko spätere Allergien verhindern könne, darf laut der Studienautoren als Mythos abgehakt werden. Die Empfehlung diene lediglich dazu, den Eltern ein gutes Gefühl zu vermitteln. Wirklich hilfreich sei die Maßnahme jedoch nicht.

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