Lebensmittel-Allergiker leben gefährlich

Einfach mal schnell in den Supermarkt gehen und etwas zu Essen kaufen, worauf man gerade Lust hat – das ist für Lebensmittel-Allergiker meist nicht machbar. Zwar müssen die 14 häufigsten Allergieauslöser auf verpackten Lebensmitteln genannt werden, allerdings nur, wenn sie dem Produkt bewusst zugesetzt wurden, also als Zutat vorhanden sind. Kann der Allergieauslöser unbeabsichtigt während der Herstellung „in Spuren“ in das Lebensmittel gelangen, muss dies laut Gesetz nicht deklariert werden. Daher können sich auch in Produkten ohne den Hinweis „Kann Spuren von … enthalten“ Allergene befinden. Zudem gebe es bisher keine einheitliche Definition, welche Allergenmenge unter dem Begriff „Spur“ zu verstehen ist, so der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Untersuchungen zeigten, dass es hier eine große Spannweite gibt. Bei Haselnüssen, Erdnüssen oder Milch reichte die in Lebensmitteln nachgewiesene Menge von „nicht vorhanden“ bis hin zu Mengen, die eine schwere allergische Reaktion auslösen können wie etwa eine halbe Nuss oder Erdnuss, so der DAAB in einer Pressemeldung. Für Lebensmittel-Allergiker sei dies eine untragbare Situation. Entweder die Betroffenen verzichten auf viele Lebensmittel oder sie spielten bei jeder Mahlzeit Russisch Roulette.

Lebensmittel-Allergiker leben gefährlich

Der DAAB fordert eine einheitliche und nachvollziehbare Kennzeichnung möglicher Allergenspuren und die Festlegung von Schwellenwerten, die keine schweren allergischen Reaktionen mehr auslösen und die als einheitliche Richtlinien für die Spurenkennzeichnung dienen. Außerdem arbeitet der DAAB mit Vertretern der Lebensmittelindustrie an einer besseren Kommunikation, damit gutes Allergenmanagement eines Unternehmens auch die Verbraucher erreicht.



Nach Angaben des DAAB leiden in Deutschland rund 900.000 Erwachsene und rund 500.000 Kinder an einer Lebensmittel-Allergie. Vor allem bei Kindern sei das Risiko lebensbedrohlicher allergischer Reaktionen in den vergangenen Jahren um das Siebenfache gestiegen, so der Verband. Insgesamt verdoppelte sich damit in den vergangenen zehn Jahren die Anzahl der Betroffenen.



Informationen zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Werbung
Werbung

Allergie Archiv

test