Pollenallergie: Hyposensibilisierung ohne Spritze

Gerötete, tränende Augen, Fließschnupfen und eine verstopfte Nase sind die typischen Symptome einer Pollenallergie. Rund 15 Prozent aller Deutschen entwickeln irgendwann in ihrem Leben einen Heuschnupfen. Im Laufe der Zeit kann sich die Allergie auf die unteren Atemwege ausbreiten und zu Asthma mit Atemnot führen. Auch weitere Allergien, z. B. gegen bestimmte Nahrungsmittel, können auftreten. Die Allergiesymptome können für die Betroffenen so belastend sein, dass sie während der Pollensaison zeitweise nicht arbeiten gehen können.

Hyposensibilisierung ohne Spritze

Die einzige ursächliche Behandlung einer Pollenallergie ist bislang die sogenannte Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie. Hierbei spritzt der Arzt dem Patienten „sein“ Allergen unter die Haut. Diese Behandlung muss über einen Zeitraum von drei Jahren einmal im Monat durchgeführt werden. „Allerdings erhalten nur sieben Prozent aller Allergiepatienten eine solche Allergie-Impfung“, erklärte Prof. Dr. Ludger Klimek im Vorfeld der 85. Jahreshauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC), die kürzlich in Dortmund stattfand. „Viele Patienten haben Angst vor den Spritzen und scheuen den regelmäßigen Gang zum Arzt, der damit verbunden ist“, so Prof. Klimek weiter.



Hoffnung auf eine spritzenfreie Hyposensibilisierung gibt es jetzt für Birkenpollen-Allergiker. Denn Forscher in Mailand, Kopenhagen und Paris entwickeln derzeit einen neuen Impfstoff gegen Birkenpollen, den es ausschließlich in Tablettenform geben wird. Die Allergiker können diese Tabletten, die den Allergenextrakt enthalten, dann ganz bequem zu Hause einnehmen und müssen nicht mehr so oft zum Arzt gehen. Bislang sind diese Tabletten allerdings in Deutschland noch nicht zugelassen. „Wir sind aber zuversichtlich, dass nach der bereits erfolgreichen Entwicklung und Zulassung von Tabletten gegen Gräserpollen-Allergie weitere Immuntherapien in Tablettenform auf den Markt kommen können“, hofft Prof. Klimek. Studien hätten gezeigt, dass diese Impfstoffe die Beschwerden der Allergiker lindern und den Medikamentenbedarf zur Behandlung der lästigen Symptome erheblich reduzieren könnten.



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