Wenn Essen krank macht: Nahrungsmittelallergie oder Nahrungsmittelintoleranz?

Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Hautirritationen nach dem Essen – jeder fünfte Deutsche kennt diese Beschwerden aus eigener Erfahrung. Treten die Symptome regelmäßig nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auf, steht schnell der Verdacht auf eine Lebensmittelallergie im Raum. Doch Nahrungsmittelallergien sind relativ selten, viel häufiger ist eine Nahrungsmittelintoleranz die Ursache der Beschwerden.
Bei einer Nahrungsmittelallergie ist das Immunsystem des Körpers beteiligt. Etwa vier bis acht Prozent der Kinder in Deutschland Ieiden unter einer solchen Allergie, aber nur ein bis zwei Prozent der Erwachsenen, so die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Meist verschwindet eine Nahrungsmittelallergie bei Kindern bis zur Einschulung.

Weitaus häufiger sind Nahrungsmittelintoleranzen. Hierbei rebelliert der Körper ebenfalls gegen eine bestimmte Substanz, aber ohne Beteiligung des Immunsystems. Relativ häufig ist beispielsweise die Milchzucker– oder Laktoseintoleranz, bei der die Betroffenen nach dem Verzehr von Milchprodukten häufig unter Blähungen und Durchfall leiden. Schuld daran ist das Fehlen des Enzyms Laktase, das den Milchzucker (= Laktose) aufspaltet. „Da sich die Symptomatik häufig kaum unterscheidet, sit die Abgrenzung von Nahrungsmittelallergien und –intoleranzen in der Praxis oft schwierig“, sagt Prof. Dr. med. Stephan Bischoff, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim in Stuttgart. Nach einer gründlichen Anamnese und Ausschlussdiagnostik steht dem Arzt zum Nachweis einer Allergie ein Hauttest, der sogenannte Prick-Test, zur Verfügung. Für Nahrungsmittelintoleranzen gibt es nur wenige objektive Testverfahren.
Ein wichtiges Instrument bei der Suche nach dem Auslöser jeder Form von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist das Ernährungstagebuch. Hierin notiert der Patient, was er gegessen hat und welche Beschwerden danach aufgetreten sind. Steht ein bestimmtes Nahrungsmittel im Verdacht, kann der Patient eine Weile darauf verzichten. Lassen die Beschwerden dann nach, ist der Übeltäter meist gefunden und sollte komplett vom Speiseplan gestrichen werden.

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