Gluten-Intoleranz (Zöliakie)

Gluten ist ein so genanntes Klebereiweiß, das in großen Mengen in Weizen und Dinkel vorkommt, in geringeren Mengen ebenso in zahlreichen anderen Getreidesorten. Darüber hinaus ist Gluten häufig auch in Babynahrung sowie Fertigprodukten (Fruchtjogurts, Wurst, Schokolade oder Pizza) vorhanden.

Gluten-Intoleranz (Zöliakie)Bei einer Gluten-Intoleranz handelt es sich – ähnlich wie bei der Laktose- oder Fruktose-Intoleranz – nicht um eine Allergie, sondern um eine Unverträglichkeit. Sie ist genetisch bedingt und kann bis heute nicht ursächlich behandelt werden. Neben der Intoleranz (Unverträglichkeit) gibt auch die Gluten-Sensitivität. Die Symptome beider Erkrankungen können sich ähneln, dennoch handelt es sich um zwei unterschiedliche Phänomene. Statistisch betrachtet ist die Zöliakie die häufigste Lebensmittelintoleranz in Europa. Screening-Untersuchungen haben gezeigt, dass ihre Prävalenz mit 1:100 bis 1:500 deutlich höher liegt als vermutet.

Verlauf
Die Zöliakie tritt vorwiegend in zwei Lebensphasen auf. Zum einen betrifft sie Kleinkinder und tritt meist nach Einführung der Beikost auf, zum anderen erkranken Menschen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Die Symptome sind individuell verschieden stark ausgeprägt. Während einige Patienten mit der Erkrankung gut leben können, fühlen sich andere stark beeinträchtigt.

Symptome
Die Betroffenen produzieren Antikörper gegen Bestandteile von Gluten, zugleich aber auch gegen körpereigene Antigene, die sich auf der Oberfläche der Dünndarmzotten befinden. Infolge dessen kommt es beim Verzehr von Gluten zu einer Immunreaktionen im Dünndarm, bei der sich die Darmschleimhaut entzündet. Es kommt zu Durchfällen, Blähungen, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Die Zotten bilden sich zurück, was die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung in den Körper stark behindern kann. Deshalb kann sich im Laufe der Jahre bei einer Gluten-Intoleranz auch Blutarmut (Anämie) entwickeln. Manchmal ist sie das einzige Symptom. Ärzte sprechen dann von einer „stummen Zöliakie“. In einigen Fällen kann die Zöliakie auch Migräne, Knochenschmerzen, Arthritis und Depressionen auslösen. Bei Kindern kann die Erkrankung Wachstumsstörungen verursachen.

Diagnose
Einen entscheidenden ersten Anhaltspunkt liefert der Nachweis von so genannten Autoantikörpern (gegen das Enzym Transglutaminase) im Blut. Fällt dieser Test positiv aus, schafft eine zusätzliche Gewebebiopsie des Dünndarms Gewissheit. Dabei werden im Rahmen einer Magenspiegelung kleine Mengen Dünndarmgewebe entnommen und auf entsprechende Veränderungen hin analysiert. Ist der Bluttest positiv und die Gewebeprobe negativ, liegt in der Regel lediglich eine Gluten-Sensitivität vor. In einigen Fällen wird ein Belastungstest (Konsum glutenhaltiger Produkte) empfohlen, der allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden darf.

Behandlung
Bis heute bleibt Patienten mit einer Gluten-Intoleranz nur eine Möglichkeit: eine glutenfreie Ernährung. Dies ist zum Glück in Laufe der letzten Jahre und dank des erhöhten Bewusstseins für die Erkrankung deutlich einfacher geworden. Seit 2005 müssen glutenfreie Lebensmittel dementsprechend gekennzeichnet werden, und zwar mit dem Glutenfrei-Symbol, einer durchgestrichenen Ähre. Die Verwendung des Siegels unterliegt strengen Regelungen. Entsprechend gekennzeichnete Produkte dürfen einen Glutengehalt von maximal 20 Milligramm pro Kilogramm haben. Glutenfreie Nahrungsmittel gibt es heutzutage nicht nur in Reformhäusern und Bioläden, sondern meist auch in Drogerien sowie in zahlreichen Supermärkten.

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