Konservierungsmittelallergien

Sie machen unsere Lebensmittel haltbarer und sorgen oftmals auch für ein appetitlicheres Erscheinungsbild: Konservierungs-, Farb- und Antioxidationsstoffe kommen in fast allen Lebensmitteln vor. Sie können Neurodermitis, allergisches Asthma oder Nahrungsmittelallergien auslösen.

Zu den riskanten Stoffen zählen unter anderem:

  1. Benzoesäuren (E 210 bis 219): Sie kommen vor allem in Saucen, Fischprodukten, vielen Fertiggerichten, Mayonnaise, essigsauer eingelegtem Gemüse, Fruchtkonserven oder Fruchtsaft vor.
  2. Schwefel- und Sulfidverbindungen (E 220 bis 228): Sie sind in vielen Trockenfruchtsorten, Fertigsalaten, Obstkonserven, Kartoffelprodukten und Wein enthalten und wirken bakterizid, enzymhemmend und bleichend. Die Deklaration ist oft lückenhaft. Nach deutschem Recht sind Schwefeldioxidmengen bis zu 10 mg/kg mit wenigen Ausnahmen allgemein zugelassen. Eine Deklarationspflicht besteht ab einem Schwefeldioxidgehalt von 50 mg/kg, mit Ausnahme von Wein und Arzneimittel. Sulfid kommt vor allem auch in Arzneimittelzubereitungen und als natürliches Gährungsprodukt in Bier und Wein vor.
  3. Natriumnitrit, Pökelsalz (E 250): macht die Wurst haltbar und verleiht ihr die frische Ferrosige Farbe. Enthalten in gepökelten Fleisch- und Wursterzeugnissen, auch in Dosenwurst, in Hartkäse, Schnittkäse und Käseimitaten sowie in eingelegten Heringen.
  4. Salze der Sorbinsäure: Natriumsorbat E 201, Kaliumsorbat E 202, Calciumsorbat E 203: Sie konservieren Feinkost, Mayonnaise, Fertigsuppen, Kartoffelzubereitungen, Käse, Brot, Hart- und Brühwurst, Geflügelprodukte, in Essig eingelegtes Gemüse, Tomatenprodukte wie Ketchup, Marmelade, Margarine, Säfte und Wein
  5. Synthetische Parabene (PHB-Esther): enthalten in Fisch- und Feinkostprodukten, Garnelen, Würzsoßen, gelantinehaltigen Überzügen von Wurst, in Süß- und Backwarenfüllungen, aber auch in Arzneimitteln und Kosmetika
  6. Natürliche Konservierungsstoffe: Salicylate kommen in sehr vielen Obst- und Gemüsesorten sowie Gewürzen vor.

Gefahren

  • PHB-Ester sind nur in seltenen Fällen eine Ursache für allergische Reaktionen. Vereinzelt wurden Nesselsucht und Quincke-Ödeme beobachtet.
  • Benzoesäure können unter anderem Nesselsucht und Asthma verursachen. Über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen genossen, können auch gesunde Menschen mit Verdauungsproblemen auf Benzoesäuren reagieren.
  • Sorbinsäure führt bei entsprechend sensibilisierten Personen bisweilen zu Hautausschlägen.
  • Sulfide können die Ursache schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen sein. Neben asthmatischen Zuständen können sie Nesselsucht, Quincke-Ödeme, atopische Ekzeme, Magen-Darm-Beschwerden oder anaphylaktische Symptome hervorrufen. Je mehr Sulfid aufgenommen wurde, desto problematischer die mögliche Reaktion. Nahrungsmittel mit weniger als 10 mg Sulfid/kg sind in der Regel unbedenklich. In einer einzigen Restaurant-Mahlzeit können jedoch bereits 25-100 mg Sulfid enthalten sein.
  • Nitrite und Nitrate führen aufgrund ihrer gefäßerweiternden Wirkung bei Allergikern vorwiegend zu Kopfschmerzen, akutem Hautausschlag und Magen-Darm-Beschwerden.
  • Salicylsäure fungiert häufig als eine Art „Reaktionsverstärker“ bei Unverträglichkeiten und Allergien auf Nahrungsmittel und Konservierungsstoffe. Sie kann jedoch auch selbst eine pseudoallergische Reaktion auslösen, indem sie eine vermehrte Histamin-Freisetzung bewirkt und die Resorption von Allergenen über die Darmschleimhaut in die Blutbahn beschleunigt. Eine „strenge“ Diät ist allerdings vielfach nicht notwendig. Um die Menge an Salicylsäure, die beispielsweise in einer Tablette Aspirin enthalten ist, durch Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, müsste man 10 kg rote Johannisbeeren essen.

So schützen Sie sich

Werfen Sie beim Einkaufen stets einen kritischen Blick auf die Zutatenliste. Meiden Sie Fertigprodukte und Produkte mit gefährlichen E-Nummern. Biolebensmittel können hier eine sinnvolle Alternative bieten. Wenn Sie bei einem Metzger oder Biometzger einkaufen, werden Sie feststellen, dass Wurst ohne Phosphat  eher grau aussieht, aber der chemisch aufgepeppten in Sachen Geschmack in nichts nachsteht.

Meiden Sie Fertig- und Imbissgerichte. Selbst backen und kochen bietet sehr viel Sicherheit. Hier wissen Sie ganz genau, welche Inhaltsstoffe Sie verwendet haben. Ersetzen Sie beim Backen Backpulver am besten durch Weinstein.

Konservierungsmittelallergien
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Eine Antwort auf "Konservierungsmittelallergien"

  1. Wie wird Therapien, wenn man schon chronische Allergieschen Reaktion gegen Konservierungsmittel haben?

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