Saccharose-Intoleranz

Saccharose (auch Sucrose genannt) ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), der sich aus Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucher (Fruktose) zusammensetzt. Patienten mit einer Saccharose-Isomaltose-Intoleranz können keinen Haushaltszucker (Saccharose) oder Maltose (Malzzucker, kommt beispielsweise in Getreide vor) aufspalten. Die Ursache ist ein genetisch bedingter Enzymdefekt.

Saccharose-IntoleranzDas Auftreten dieser Intoleranz dürfte mit den Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten in der Moderne korrelieren. Denn bis ins 19. Jahrhundert konsumierten die meisten Menschen kaum Saccharose. Zugeführt wurde der Zweifachzucker lediglich in geringen Mengen durch Gemüse, Obst oder Honig. Erst seit Beginn der industriellen Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben führen wir dem Organismus größere Mengen von Haushaltszucker zu.

Symptome
Nach dem Verzehr saccharose-, maltose- oder stärkehaltiger Produkte kann es zu Blähungen, Magenkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen sowie Durchfall kommen. Begleitend leiden die Betroffenen überdurchschnittlich häufig an Virusinfektionen und Erkrankungen der oberen Atemwege. Bei Kindern kann die Erkrankung zu einer Wachstumsverzögerung führen und die Gewichtszunahme erschweren. Weiterhin sind Nierensteine oder eine verminderte Kupferresorption möglich.

Primäre Saccharose-Intoleranz
In diesem Fall liegt der Intoleranz eine genetisch bedingte Stoffwechselstörung zugrunde. Die Ursache ist eine Punktmutation (Veränderung eines Gens an einer einzelnen Nukleinbase).

Die Saccharose-Intoleranz kommt insgesamt allerdings nur sehr selten vor: So ist nur rund eine von 5.000 Personen betroffen. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv, das heißt, nur wenn beide Eltern eine entsprechende Mutation haben, erkrankt das Kind. Die Eltern selbst (Heterozygoten) sind Träger, aber nicht selbst betroffen. Eine signifikant erhöhte Prävalenz findet sich interessanterweise in  Kanada, Grönland und Alaska (1:20).

Sekundäre Saccharose-Intoleranz
Hier sind entweder eine akute Darmentzündung oder Schäden der Darmschleimhaut die Ursache des Übels.

Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch einen Gentest oder durch die Bestimmung der Enzymaktivität. Beides ist sehr kostspielig. Voraussetzung dafür ist eine Dünndarmbiopsie. Aber auch der C13-Saccharose-Atemtest ist eine gute Möglichkeit, einen Befund zu erhalten.

Behandlung
Personen mit einer Saccharose-Intoleranz sollten saccharosehaltige Lebensmittel unbedingt meiden. Haushaltszucker in jeglicher Form muss vom Speiseplan gestrichen werden. Dazu zählen folgende Produkte:

  • Rohrzucker (Rohrohrzucker und Vollrohrzucker)
  • Zuckerrübenzucker
  • Sorghum (Familie der Süßgräser, zum Beispiel Hirse)
  • Puderzucker
  • Kandiszucker
  • brauner Zucker (hergestellt aus weißem Zucker und Melasse)

Tabu sind zudem Zuckerwatte, Zuckerrübensirup, Melasse, Lebkuchen, baked beans und Pumpernickel. Auch einige Obst- und Gemüsesorten (unter anderem Ananas, Banane, Karotte, Mandarine, Mango, Rote Beete) werden nicht gut vertragen. Um Mangelerscheinungen zu vermeiden, ist manchmal der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll.

Glücklicherweise muss die Ernährung nicht komplett zuckerfrei sein. Menschen mit einer Saccharose-Intoleranz können andere Zuckerarten wie Traubenzucker, Fruchtzucker oder Milchzucker zur Süßung verwenden.

Saccharose-Intoleranz
2.8 (56.67%) 6 votes

Informationen zum Artikel

Eine Antwort auf "Saccharose-Intoleranz"

  1. Wie heißt denn der im Artikel genannte Gentest genau und wo kann man diesen durchführen? Mit welchen Kosten ist dabei zu rechnen? Oder ist es noch schwieriger einen Arzt für den Gentest zu finden, als für die spezielle Biopsie bzw. den Atemtest.
    Danke im Voraus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Unser Experte

Newsletter

Produkte für Allergiker

Facebook

Twitter

Google+

Allergie Archiv