Schimmelpilzallergie

Bei einer Schimmelpilzallergie reagiert der Körper überempfindlich gegen die Sporen von Schimmelpilzen. Die Sporen dienen dabei der Fortpflanzung der Schimmelpilze: Sie fliegen durch die Luft und setzen sich an einem Ort mit günstigen Lebensbedingungen ab, um sich weiter zu vermehren.

Viele Menschen glauben, gesundheitsgefährdenden Schimmel gäbe es nur im Haus, zum Beispiel schwarzer Schimmel, den wir fast alle aus dem Badezimmer kennen. Doch Schimmelsporen gibt es eigentlich überall. Sie kommen in der Regel dort vor, wo es feucht ist und organisches Material vorhanden ist. Besonders gut gedeihen sie bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent und einer Temperatur von über 20 Grad. Im Sommer und Herbst sind sie in der Außenluft am stärksten vertreten. Sonst halten sich  Schimmelsporen gerne auf Lebensmitteln, Papier, Tapeten, Stoffen und Pflanzen, im Bad, im Keller, in der Küche, im Garten und sogar im Kühlschrank auf.

Symptome
Bei Kontakt mit den menschlichen Schleimhäuten oder auch bei der Nahrungsaufnahme schimmelpilzbefallender Lebensmittel werden die Allergene freigesetzt. Bei entsprechend empfindlichen Menschen bewirken sie eine allergische Reaktion, die sich durch Fließschnupfen, Niesanfälle, Husten, juckende und brennende Augen, Nesselfieber, Magen-Darm-Probleme oder sogar Asthma bemerkbar machen kann.

Diagnose
Es gibt unendlich viele Schimmelpilze, weshalb es manchmal etwas schwierig sein kann, herauszufinden, gegen welche nun genau eine Allergie besteht. Die drei häufigsten allergieauslösenden Schimmelpilze sind Aspergillus, Cladosporium und Alternaria.

Zunächst wird der Arzt eine Anamnese durchführen und dabei folgende Fragen abklären:

  • Treten typische allergische Symptome nur nach Aufenthalt in bestimmten Räumen wie Badezimmer, Keller etc. auf?
  • Treten die Beschwerden bei der Gartenarbeit oder der Arbeit im Freien etc. auf?
  • Treten die Beschwerden nur zu bestimmten Tageszeiten auf?
  • Treten die Beschwerden ganzjährig oder nur saisonal auf?

Zur genaueren Diagnose führen die meisten Ärzte einen Prick-Test durch, bei dem die Allergene auf die Haut aufgebracht werden. Ist die Person gegen die entsprechende Substanz allergisch, zeigt sich nach kurzer Zeit eine Hautreaktion. Zur Ergänzung und Bestätigung des Testergebnisses kann zusätzlich ein Bluttest vorgenmmen werden.

Behandlung
Ist die Schimmelpilzallergie sehr ausgeprägt, können Medikamente (Antiallergika) eingesetzt werden, die die Symptome unterdrücken. Auch eine Spezifische Immuntherapie ist möglich, bei der der Körper durch kleine, stetig steigende Dosen eines Allergen langsam an das dieses gewöhnt wird.

Grundsätzlich können Schimmelpilz-Allergiker jedoch selbst einiges dafür tun, dass die Allergie nicht so schlimm wird.

Wissenswertes für den Outdoor-Bereich:

  • Meiden Sie bei Gartenarbeit den Komposthaufen.
  • Im Laub vermehrt sich Schimmel sehr rasch. Daher sollte Laub zügig entfernt werden. Das sollten allerdings immer Nichtallergiker übernehmen.
  • Entfernen Sie Kletterpflanzen von Ihrem Haus.
  • In der Erntezeit ist die Schimmelbelastung draußen am höchsten. Meiden Sie in dieser Phase Ausflüge in ländliche Gebiete.
  • Auch nach Regen oder an nebligen Tagen steigt die Schimmelpilzsporenkonzentration.

Wissenswertes für drinnen:

  • Die relative Luftfeuchtigkeit sollte in Wohnräumen unter 60 Prozent liegen. Dies kann man sehr einfach mit einem Hygrometer kontrollieren. Lüften hilft, die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten.
  • Stoßlüften ist effektiver als ein über längere Zeit gekipptes Fenster.
  • Ist die Außenluft kühler als die Raumluft, sollte ausreichend geheizt werden.
  • Bei kühlerer Temperatur im Schlafzimmer sollten Sie die Schlafzimmertüre geschlossen halten, damit sich die Luftfeuchtigkeit der anderen Räume dort nicht niederschlägt.
  • Badezimmer und Duschraum so gut es geht trocken halten. Am besten gleich nach dem Baden oder Duschen lüften.
  • Sollten Sie Schimmel in den Fugen von Kacheln entdecken, verwenden Sie einen Schimmelentferner.
  • Blumen und Hydrokulturen ziehen Schimmel an.  Besonders im Schlafbereich sollte man auf Pflanzen lieber verzichten.
  • Luftbefeuchter und Klimaanlagen können wahre Schimmelpilz-Schleudern sein. Unbedingt vermeiden!
  • Abfalleimer häufig leeren und reinigen (ggf. von Nichtallergikern)
  • Lebensmittel sollten frisch gegessen, unnötige Lagerzeiten vermieden werden. Manche Obstsorten (zum Beispiel Erdbeeren) können besonders bei warmen Temperaturen innerhalb weniger Stunden Schimmel ansetzen. Dieser ist dann zwar oftmals noch nicht sichtbar, aber bereits in der Lage, allergische Symptome auszulösen.
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