Sorbit-Intoleranz

Sorbit ist ein Zuckeralkohol, der natürlich in Früchten und Gemüsen vorkommt, aber auch in der Industrie als Süßstoff, Konservierungsmittel und Feuchthaltemittel eingesetzt wird – vor allem in Diabetikerprodukten, da Sorbit für den Abbau kein Insulin benötigt. Sorbit besitzt ungefähr die halbe Süßkraft von normalem Haushaltszucker.

Sorbit-IntoleranzSorbit wird normalerweise im Dünndarm abgebaut. Bei einer Sorbit-Intoleranz ist die Aufnahmefähigkeit im Dünndarm gestört, sodass Sorbit weiter in den Dickdarm wandert. Dabei kann es zu heftigen Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall kommen. Die Symptome setzen meist drei bis vier Stunden nach der Aufnahme von sorbithaltiger Nahrung ein.

Sorbit wird übrigens ohnehin langsamer aufgenommen als anderer Zucker und ist damit insgesamt schon schwerer verdaulich. In der Regel verhält es sich so, dass Sorbit-Mengen von mehr als 20 Gramm sogar bei Gesunden Beschwerden auslösen. Ein häufiger Verzehr von mehr als 20 Gramm Sorbit pro Portion und mehr als 50 Gramm täglich ist somit generell nicht ratsam. Jedes Lebensmittel, das mehr als 10 Prozent Sorbit oder andere Austauschstoffe enthält, muss auf dem Etikett den Hinweis tragen: „… kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“

Bei zahlreichen Patienten geht die Sorbit-Intoleranz Hand in Hand mit einer Fructose- oder anderen Kohlenhydrat-Intoleranzen. Daher sollte bei Verdacht auf eine Sorbit-Intoleranz immer auch auf andere Unverträglichkeiten getestet werden.

Ursachen
Wie es genau zu einer Sorbit-Intoleranz kommt, ist bis heute noch nicht erforscht. Mediziner vermuten jedoch ähnliche Mechanismen wie bei anderen Kohlenhydrat-Intoleranzen.

Diagnose
Um eine Sorbit-Unverträglichkeit zu diagnostizieren, empfiehlt es sich, einen so genannten Sorbit-Atemtest zu machen. Solche Tests sind beispielsweise beim Gastroenterologen möglich. Oftmals wird der Sorbit-Atemtest gleichzeitig mit einem Test auf Laktose- und Fructoseunverträglichkeit gemacht. Wenn jedoch keine Fructose-Intoleranz festgestellt wird, kann es schon mal sein, dass der Sorbit-Test unter den Tisch fällt. In diesem Fall lohnt es sich, aktiv danach zu fragen. Beobachten Sie darüber hinaus Ihr Essverhalten. Meiden Sie testweise alle Lebensmittel, in denen Sorbit enthalten ist. Wenn es Ihnen dann besser geht, liegt der Verdacht einer Sorbit-Intoleranz nahe. Ziehen Sie jedoch bitte immer einen Arzt zu Rate.

Behandlung
Die Sorbit-Intoleranz ist nicht heilbar. Es besteht lediglich die Möglichkeit, sorbithaltige Lebensmittel zu meiden. In der Praxis sieht das so aus, dass man nach der Diagnosestellung für etwa zwei Wochen vollkommen auf sorbit-, fruchtzucker- und alle zuckerhaltigen Nahrungsmittel verzichtet. Meist bessern sich die Beschwerden dann sehr schnell. Anschließend kann man beginnen, schrittweise wieder Sorbit in den Speiseplan zu integrieren und seine persönliche Toleranzgrenze auszutesten.

Sorbit-Quellen sind unter anderem:

  • Diabetiker-, Diät- und Lightprodukte
  • viele Früchte, vor allem Steinobst, beispielsweise Äpfel, Aprikosen, Birnen, Marillen, Kirschen, Pflaumen und Trauben.
  • Beerenobst wird meist besser vertragen, aber das muss vorsichtig ausprobiert werden.
  • Trockenobst enthält gleich ein Vielfaches mehr an Sorbit und sollte ganz weggelassen werden.
  • Pilze
  • Artischocken
  • Nutella
  • Wein
  • Bier
  • Fruchtsäfte
  • Als Zusatzstoff kann Sorbit in abgepackten Backwaren wie Toast, in Fertiggerichten, Senf, Soßen etc. vorkommen. Es verbirgt sich dort häufig hinter den E-Nummern (E432, E433, E434, E435 und E436).
  • Auch Medikamente können Sorbit enthalten. Hier hilft der Apotheker im Zweifelsfall gerne weiter.
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