Sperma-Allergie

SpermaallergieDiese Form der Allergie klingt ein wenig abenteuerlich, aber es gibt sie durchaus – wenn auch sehr selten. Insgesamt sind bislang rund 60 Fälle einer Sperma-Allergie dokumentiert.
Die Erkrankung kann bei beiden Geschlechtern auftreten. Die Symptome bei Frauen reichen dabei von Hautreizungen, Jucken und Brennen in der Scheide über Erbrechen und Durchfall bis hin zum anaphylaktischen Schock. Bei Frauen dürfte ein Prostata-spezifisches Antigen (PSA) die Symptome auslösen. Dass das PSA tatsächlich etwas mit der allergischen Reaktion nach dem Geschlechtsverkehr zu tun hat, wird auch durch die Beobachtung gestützt, dass bei homosexuellen Männern bisher noch nie keine Sperma-Allergie beschrieben wurde. Doch auch einige Männer erleben direkt nach einem Orgasmus merkwürdige Symptome, die einer Grippe ähneln: Sie fühlen sich schlapp, fiebrig und sehr müde, die Nase läuft und die Augen brennen, auch Kopfschmerzen können auftreten. Wissenschaftler bezeichnen die Erkrankung, der keine psychischen Ursachen zugrunde liegen, als Postorgasmic Illness Syndrome, kurz POIS.

Die Forscher untersuchten insgesamt 45 niederländische Patienten, die an POIS leiden. Keiner der Probanden fühlte sich krank, wenn er nur masturbierte. Sobald die Männer aber ejakulierten, zeigten sich die Symptome teilweise binnen weniger Minuten. 33 Probanden unterzogen sich daraufhin einem so genannten Pricktest. Dabei wurde den Testpersonen eine verdünnte Lösung ihrer eigenen Samenflüssigkeit auf den Unterarm getropft und anschließend mit einer feinen Nadel in die Haut eingestochen. Bei 29 Probanden zeigte sich daraufhin eine typische allergische Reaktion in Form einer Rötung.

Wissenschaftler schätzen, dass 0,25 bis ein Prozent der Bevölkerung an POIS leidet. Die meisten Menschen, die die Symptome an sich bemerken, würden sie jedoch niemals mit einer Allergie assoziieren. Die Dunkelziffer könnte daher entsprechend höher liegen.
Eine Therapie ist möglich. Zwei der Probanden ließen eine Hyposensibilisierung durchführen und bekamen über einige Jahre hinweg in steigenden Dosen die allergieauslösenden Stoffe gespritzt.

Vor der Sperma-Allergie kann man sich allerdings auch durch Kondome schützen. Ungeschützter Oralverkehr ist ohne Therapie tabu. Kompliziert wird es, wenn sich eine Patientin mit Sperma-Allergie ein Kind wünscht. Für dieses Vorhaben muss das Sperma des Partners gereinigt und anschließend per künstlicher Befruchtung in die Gebärmutter eingebracht werden.

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