Allergierisiko durch Eichenprozessionsspinner

Mit den ersten frühsommerlichen Tagen erobern die Larven der Eichenprozessionsspinner (EPS) Gärten, Parks und Wälder. Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt dabei lichte Eichenwälder, Bestandsränder und Einzelbäume in warmtrockenen Regionen. In Trockenjahren kann es auch zu Massenvermehrungen kommen. Seit 1995 wird eine starke Zunahme dieser früher seltenen Schmetterlingsart in Unter- und Mittelfranken sowie im westlichen Oberfranken registriert. Schwerpunkte des Eichen-Schädlings liegen im Bereich der Fränkischen Platte zwischen Schweinfurt, Würzburg und Ansbach mit teilweise starkem Befall von Eichen in öffentlichen Grünanlagen und in Gärten. Auch in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt sowie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vermehren sich die Tiere zunehmend.

Allergierisiko durch Eichenprozessionsspinner

Allergierisiko durch Eichenprozessionsspinner

Allergierisiko Eichenprozessionsspinner – Fotolia © UbjsP

Neben den Fraßschäden liegt die besondere Gefahr des Eichenprozessionsspinners in den gesundheitlichen Auswirkungen der giftigen Raupenhaare auf den Menschen.
Mit steigenden Temperaturen entwickeln die Tiere ihre giftigen Haare, die schwere allergische Reaktionen hervorrufen können. Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners sind dabei so gut wie unsichtbar sind und können sich sehr schnell an der Kleidung oder Schuhen festsetzen. Darüber hinaus werden sie vom Wind kilometerweit durch die Luft getragen – das heißt, sie können auch dort auftreten, wo es gar keine Raupen gibt.




Der Kontakt der Härchen mit der menschlichen Haut führt zu heftig juckendem Ausschlag. Haare, die eingeatmet werden, können sogar Asthma auslösen. Andere Patienten klagen über Übelkeit, Schwindelgefühl oder Anfälle von Atemnot. Insgesamt sind die allergischen Reaktionen, die durch die Gifthärchen von Eichenprozessionsspinnern hervorgerufen werden, zwar unangenehm, aber normalerweise ungefährlich und vorübergehend. Nur wenige Male wurde bislang ein allergischer Schock verzeichnet, der infolge des Kontakts mit Eichenprozessionsspinnern aus den Niederlanden auftrat.

ACHTUNG! Lebensbedrohliche Zustände konnten bei ärztlichen Untersuchungen bisher nicht beobachtet werden.

Zu den gefährdeten Gruppen zählen  Spaziergänger und Ausflügler (Kindergartengruppen und Schulklassen) sowie Personen, die sich berufsbedingt in den Wäldern, Parkanlagen und Gärten aufhalten (Gärtner, Förster) oder an der Bekämpfung des Schädlings mitwirken.

Die lokalen Forstämter sind in der Regel bestens über das Ausmaß des Befalles informiert. Stark befallene Waldgebiete sollten während der Raupen- und Puppenperiode – in der Regel April bis Ende Juni – gemieden werden.

Die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner erfolgt meist per Hubschrauber, die befallene Waldgebiete mit einem speziellen biologischen Insektizid besprühen. Zusätzlich können betroffene Eichen in Grünanlagen, an Schulen und Kindergärten einzeln vom Boden aus behandelt werden. Ziel dieser Aktionen ist es, die weitere Ausbreitung der giftigen Tiere einschränken.

Schwieriger wird es, wenn Bäume in bewohntem Gebiet befallen sind. Dann sollten Mittel, die die Larvenhäutung verhindern, so frühzeitig wie möglich eingesetzt werden. Sind die Raupen einmal geschlüpft, helfen Abflämmen und Einschäumen sowie die nachträgliche Entfernung der Raupennester. Wer ein Gespinst von Eichenprozessionsspinnern entdeckt, sollte dieses jedoch nicht im Alleingang entfernen, sondern sich am besten an das betreffende Bezirksamt wenden.

ACHTUNG! Risikopatienten wie Asthmatiker sollten bei Befall selbst keine Gartenarbeit übernehmen oder sich während der Tätigkeit mit Masken schützen.

Bei Kontakt mit der Haut und Ekzembildung genügt den meisten Patienten eine Behandlung mit kortisonhaltigen Salben, Cremes und Augentropfen oder die Verabreichung von Antihistaminika. Bei Schwierigkeiten mit der Atmung (allergisches Asthma) können spezielle, die Bronchien erweiternde Medikamente und Kortikoide inhaliert werden.


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