Depression – Wenn Allergien die Seele belasten

Hautreizungen und andere Symptome wie Niesen oder tränende Augen sind bekannte Begleiter einer Allergie. Dass Allergien seelische Verstimmungen auslösen, wissen nur wenige. Unter Wissenschaftlern wird dieser Zusammenhang seit dem vergangenen Jahrhundert diskutiert. Für das Entstehen einer Depression kommen allerdings unterschiedliche Ursachen infrage. Prävention gelingt erst nach gründlicher Untersuchung. Das Risiko für Allergiker scheint jedoch ausgesprochen hoch.

Depression und Allergie

Schon 1950 veröffentlichte der Mediziner Theron Randolph einen Artikel über den Zusammenhang von Allergien und dem Auftreten einer spontanen Depression. [1] Weitere Publikationen folgten. Bald darauf versorgten Ärzte in ersten Umweltkliniken Patienten mit Allergien, die zusätzlich an einer Depression litten. Auch sie vermuteten gemeinsame Ursachen. Eine Studie von Dr. Partam Manalai aus dem Jahre 2010 [2] scheint diese These zu bestätigen: Dort gelang der Nachweis, dass Allergiker in der Pollenzeit vermehrt an Depressionen erkranken. Unter den Betroffenen ist die Zahl der Depressiven schätzungsweise doppelt so hoch, wie bei den Nicht-Allergikern. In der Hochpollenzeit steigt die Selbstmordrate signifikant an. Hier kann Prävention wahrscheinlich viele Leben retten.

Missverstandenes Signal

Es scheint nachvollziehbar, wenn unter der anhaltenden Belastung einer Allergie Depressionen auftreten. Prozesse, die im Körper während der Symptomphase ablaufen, oder die Behandlung mit Antiallergika können den psychischen Leidensdruck zusätzlich verstärken. Depression zählt etwa den zu Nebenwirkungen von Kortikoiden. Die beim Allergieschub vermehrt ausgeschütteten Zytokine sorgen ebenfalls für eine Verschlechterung der Stimmungslage. Parallel dazu konnte bereits Randolph nachweisen, dass das Allergen selbst die Depression auslöst. Umweltmediziner bestätigen dies und kennen weitere Stoffe, die Auswirkungen auf die Psyche haben. Primäre Prävention beginnt bei bekannt erhöhtem Risiko bereits in Kindesalter.

Prävention und Behandlung

Vorbeugend kann der Betroffene wenig leisten. Wer sowohl unter einer Allergie als auch unter wiederkehrenden Depressionen leidet, sollte Rücksprache mit einem Arzt oder Psychotherapeuten halten. Eine psychische Erkrankung ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen, die unterschiedlich zu behandeln sind. Selbstbeobachtung hilft, die Auslöser voneinander abzugrenzen. Die Fragestellung heißt, ob die depressive Verstimmung parallel zur Allergie auftritt und wie sich der Betroffene in der übrigen Zeit fühlt. Wenn es sich um eine psychische Komponente der Autoimmunerkrankung handelt, ist Prävention jedoch nur durch Vermeidung des Allergens möglich.

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