Ambrosia: Unscheinbar, aber hochallergen

Ambrosia, auch genannt Traubenkraut oder Ragweed, ist ein Gewächs, das vor rund 150 Jahren aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt wurde und sich hier in den gemäßigten Breiten dank optimaler klimatischer Bedingungen rasch vermehrt. In der Regel findet sich das bis zu etwa 1,50 Meter hoch wuchernde „Unkraut“ mit seinen ährenartigen gelbgrünen Blütenständen an Straßen und Wegen, aber auch auf Brach- und Bauland. In Deutschland ist Ambrosia noch nicht so stark verbreitet, allerdings erreichen uns Pollen aus Ungarn und Slowenien, wenn der Wind entsprechend günstig steht. Die Hauptblütezeit von Ambrosia ist Ende Juli.

Ambrosia: Unscheinbar, aber hochallergen

Ambrosia

Ambrosia – Fotolia © emer

Allergiestufe: sehr stark
Blütezeit: August bis September
Allergien: Die Ambrosia ist hoch allergen, das heißt, dass viele Menschen allergisch reagieren und bereits eine kleine Menge an Pollen Reaktionen auslöst. Ambrosia-Allergien verlaufen zudem oft sehr schwer. Das kann ein starker Heuschnupfen (Pollenallergie) sein, eine Bindehautentzündung, ein juckendes Ekzem bis hin zum allergischem Asthma. Der späte Blütezeitpunkt von Ambrosia im August und September bedeutet eine zusätzliche Belastung der Pollenallergiker, denn dadurch wird die Pollensaison verlängert.

Experten zählen Ambrosia-Pollen zu den gefährlichsten Allergieauslösern überhaupt. Studien konnten belegen, dass ein Großteil aller Europäer sensibel auf Ambrosia-Pollen reagiert. Selbst Menschen, die sonst nicht unter Heuschnupfen leiden, sind betroffen. In seltenen Fällen wurden sogar unmittelbare Asthma-Anfälle registriert. Darüber hinaus kann Ambrosia bei Hautkontakt Ekzeme verursachen.



Zur Feststellung der Stärke der Sensibilisierung können Hauttests (der so genannte Prick-Test) und Bluttests (RAST) von einem Allergologen durchgeführt werden. Zur Absicherung der klinischen Bedeutung des Nachweises einer Sensibilisierung kommen anschließend nasale, konjunktivale oder bronchiale Provokationstests infrage. Diese sind vor allem dann sinnvoll, wenn eine Spezifische Immuntherapie (SIT) stattfinden soll. Die SIT ist in diesem Fall sowohl in Form einer Injektionstherapie (SCIT) als auch durch eine regelmäßige Verabreichung der Allergene in Tablettenform (SLIT) möglich.

Um Allergien vorzubeugen, macht es Sinn, die Ausbreitung von Ambrosia zu bekämpfen. So kann importiertes Vogelfutter mit Ambrosia-Samen verunreinigt sein. Deshalb ist es wichtig, Futterstellen hinsichtlich möglicher Ambrosia-Triebe im Auge zu behalten. Eventuelle Pflanzen sollten – zu den Blütezeiten nur mit Handschuhen und Mundschutz – entfernt und in einer Plastiktüte im Hausmüll entsorgt werden.

Allergien rechtzeitig (von klein auf) vorbeugen

Allergische Erkrankungen wie das allergische Asthma, Heuschnupfen oder die Neurodermitis treten in den westlichen Industrienationen immer häufiger auf. Da die ursächlichen Therapieansätze sehr beschränkt sind, ist eine frühzeitige Allergieprävention im Kindesalter besonders wichtig.

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