Die Spezifische Immuntherapie

Die Spezifische Immuntherapie (SIT) zählt zu den ältesten Behandlungsmöglichkeiten von Allergien. Den Grundstein legte Anfang des 20. Jahrhunderts der russische Arzt und Biologe Besredka. Ihm gelang es, ein zuvor sensibilisiertes Meerschweinchen gegen ein Pferdeserum zu immunisieren, indem er ihm über längere Zeit hinweg immer wieder kleine, nicht tödliche Dosen des Serums verabreichte, bis die allergische Reaktion nicht mehr auftrat.

Die SIT ist bis heute die einzige ursächliche Behandlungsform von Allergien. Das Prinzip ist einfach: Durch die Gabe kleiner, stetig steigender Dosen des jeweiligen Allergens gewöhnt sich der Körper nach und nach an den Allergieauslöser. Die Reaktion fällt immer schwächer aus, bis sie im Idealfall schließlich ganz ausbleibt. Bis es soweit ist, bedarf es allerdings einer guten Portion Geduld: Drei bis fünf Jahre lang muss die SIT durchgeführt werden, bis eine Heilung in Sicht ist.

Besonders gute Erfahrungen haben Ärzte bei der Behandlung von Insektengiftallergien und Heuschnupfen gemacht, aber auch bei Hausstaub-  und Tierhaarallergikern ist die SIT oft die Therapie der Wahl. Unter anderem kann die Behandlung den gefürchteten Etagenwechsel verhindern und damit eine Verschlimmerung der Allergie bis hin zu Asthma verhindern.

Die SIT ist auf zwei verschiedene Arten durchführbar. Bei der Subkutanen Immuntherapie (SCIT) wird die Allergendosis mit einer Spritze unter die Haut injiziert. Die kann nur der Arzt vornehmen. Anschließend muss der Patient noch mindestens eine halbe Stunde in der Praxis verbringen, für den Fall, dass eine unvorhergesehene allergische Reaktion eintritt.

Die zweite Möglichkeit ist die regelmäßige Einnahme von Tropfen oder Tabletten, die die entsprechenden Allergene enthalten. Für Heuschnupfenkandidaten gibt es inzwischen mehrere Produkte auf dem Markt. Der Vorteil der Sublingualen Immuntherapie (SLIT) ist, dass keine Arztbesuche notwendig sind und dass man die Tropfen oder Tabletten ohne Probleme auch mal unterwegs einnehmen kann. Die SLIT ist zudem die Methode der Wahl, wenn es um die Behandlung von Kindern geht, die sich vor Spritzen fürchten.

SCIT und SLIT haben dieselbe gute Wirksamkeit. Dies konnte mittlerweile in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden.

Die SIT ist geeignet für alle Patienten, bei denen die Allergieauslöser eindeutig identifiziert werden können und die motiviert sind, eine solche Langzeittherapie durchzuhalten. Vor allem bei Allergikern, die „ihr“ Allergen nur schwer meiden können oder die auf eine anderweitige Behandlung nicht oder nicht ausreichend ansprechen, macht die SIT Sinn.

Die SIT kann sowohl bei saisonaler als auch bei perennialen Allergien durchgeführt werden. In Deutschland und Österreich werden die Kosten der Therapie in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

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