Phytotherapie bei Allergien

Menschen, die unter einer Allergie leiden und sich auch nach Jahren nicht über Besserung der Symptome freuen können, suchen immer wieder nach neuen Behandlungs- und Heilmethoden. Oft steht hierbei nicht die grundsätzliche Behandlung der Allergie selbst im Zentrum, denn auch die Linderung störender Symptome wie Schnupfen, juckende Haut oder Augentränen kann die Lebensqualität maßgeblich steigern. Wer sich schon lange und erfolglos mit der Schulmedizin beschäftigt hat, findet in alternativen Behandlungsmethoden zusätzliche Chancen auf Besserung. Die Phytotherapie gilt hier als eine Option, sollte jedoch vorab genauer unter die Lupe genommen werden.

Was ist Phytotherapie?

Es gibt kaum eine Therapiemethode, die älter als Phytotherapie ist. Schon vor Hunderten von Jahren suchte der Mensch nach Lösungen für seine Beschwerden und wandte sich den Pflanzen zu. Vor allem im Mittelalter hegten und pflegten die Mönche in Klöstern umfangreiche Kräutergärten, in denen allerlei Gewächse zur Behandlung verschiedener Symptome wuchsen. Dank berühmter Personen wie Paracelsus oder Hildegard von Bingen konnte ein wichtiger Grundstein für die heutige Phytotherapie gelegt werden.

Pflanzliche Wirkstoffe sollen auch Allergikern helfen können.

Quelle: cenczi (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Heute basiert Phytotherapie zwar nach wie vor auf den alten Erkenntnissen, verdankt ihre Beliebtheit jedoch vor allem dem technologischen und medizinischen Fortschritt. So ist es inzwischen möglich, einzelne Bestandteile aus Gewächsen zu isolieren und diese wiederum für die Herstellung von Tropfen, Tabletten und anderen Präparaten zu nutzen. Gute Beispiele hierfür sind Stoffe wie Atropin, gewonnen aus Tollkirschen, und Digoxin aus dem roten Fingerhut. Als Grundbaustein für die moderne Phytotherapie gilt das Wissen, das über viele Jahre hinweg gesammelt werden konnte. Bestandteile von Pflanzen wie unter anderem

  • Blätter,
  • Blüten,
  • Früchte,
  • Samen
  • und Wurzeln

spielen in der industriellen Herstellung zwar eine untergeordnete Rolle, waren jedoch einst Lieferanten für die entscheidenden Inhaltsstoffe.

So stützt sich die moderne Phytotherapie auf das heilkundliche Wissen rund um Pflanzen, konnte sich jedoch stark weiterentwickeln. Die meisten Präparate werden unter strenger Kontrolle nach genauen Vorgaben hergestellt, sodass die potenzielle Wirkung der Mittel auf den Menschen und die Sicherheit bei der Anwendung auf hohem Niveau liegen.

Wie kann Phytotherapie bei Allergien eingesetzt werden?

Pflanzliche Inhaltsstoffe können bei einer Vielzahl von Allergien zur symptomatischen Linderung eingesetzt werden. Hier spielt vor allem die Art und Weise der Behandlung eine wichtige Rolle. Es ist möglich, Phytotherapie sowohl innerlich als auch äußerlich anzuwenden, wobei die individuelle Symptomatik als Wegweiser dient. Grundsätzlich stehen in der Phytotherapie unterschiedliche Mittel zur Verfügung. Tees und Säfte, aber auch Tinkturen, Aufgüsse und fertige Medikamente ergänzen sich gegenseitig und bilden im besten Fall eine holistische Behandlung der allergischen Symptomatik.
So berichtet auch die Pharmazeutische Zeitung von der Wirkung der Pestwurz, geht es um die Behandlung allergischer Rhinitis. Weitere Pflanzen, die in der Phytotherapie eine Rolle spielen, sind Schwarzkümmel, dessen Öl das Immunsystem stützen soll und auch Gewächse mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen wie Salbei und Kamille.

Schwarzkümmelöl ist ein berühmter Vertreter der Phytotherapie.

Quelle: gokalpiscan (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Da sich das Fachgebiet der Phytotherapie in den vergangen Jahrzehnten stark vergrößert hat, ist die genaue Auswahl passender Präparate eine komplexe Angelegenheit. Aus diesem Grund suchen immer mehr Betroffene Heilpraktiker oder Ärzte auf, die über eine entsprechende Zusatzausbildung in Phytotherapie und in alternativen Heilmethoden verfügen. Diese können dann je nach Indikation und Ausgangssituation Präparate auswählen, die die größten Chancen auf Besserung versprechen. So stehen den Behandelnden beispielsweise Johanniskraut oder Kamille zur Verfügung, wenn der Patient unter Neurodermitis leidet, während das indische Lungenkraut oder die bereits erwähnte Pestwurz bei Heuschnupfen zum Einsatz kommen können.

Phytotherapie: Wer übernimmt die Kosten?

Angesichts der hohen Anzahl betroffener Personen in Deutschland nehmen auch alternative Behandlungsmöglichkeiten einen immer höheren Stellenwert ein. Auch eine Statistik bestätigt, wie wichtig die Behandlung von Allergien und deren Symptomatik heute ist. So litten im Jahr 2011 etwa 25 Prozent der Deutschen unter Heuschnupfen, während 8,5 Prozent mit Kontaktallergien kämpften. Auch Neurodermitis war bei rund 6,5 Prozent der Deutschen ein Thema. Daher ist es nur verständlich, dass auch Krankenkassen dem Krankheitsbild „Allergie“ besondere Aufmerksamkeit widmen müssen.

Phytotherapie zahlen Krankenkassen meist nur im Rahmen einer Zusatzversicherung.

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Hier jedoch beginnt für viele Betroffene eine Zeit, in der Zuzahlungen an der Tagesordnung sind. Gesetzliche Krankenkassen sehen sich bis heute nicht in der Pflicht, auch alternative Heilmethoden zu zahlen, obwohl diese in vielen Fällen Linderung versprechen. Dies bestätigt auch Ergodirekt.de und weist auf die Option einer Zusatzversicherung hin. Wird eine solche Versicherung abgeschlossen, erweitert sich das Leistungsspektrum der Krankenkasse, während der Versichert meist monatliche Beiträge hierfür zahlt. Wer regelmäßig Heilpraktiker konsultiert und vornehmlich auf pflanzliche Therapiemethoden setzt, kann durch eine Zusatzversicherung langfristig gesehen Geld sparen.

Es lohnt sich, das Gespräch mit der eigenen Krankenkasse zu suchen und über die Möglichkeit alternative Heilmethoden zu sprechen. Während manche Kassen diesem Thema wenig aufgeschlossen gegenüberstehen, sehen wiederum andere in Heilpraktikern und alternativen Heilmethoden eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin. Stellt sich die eigene Krankenkasse gegen die Zahlung und bietet sie keine Zusatzversicherungen an, kann letztlich auch der Wechsel zu einem alternativen Anbieter sinnvoll sein.



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