Hauttests

Sämtliche Hauttests basieren auf dem gleichen Prinzip. Es werden bestimmte Allergen-Extrakte mit der Haut in Berührung gebracht, die im Falle einer Allergie eine lokal begrenzte allergische Reaktion auslösen und die Allergie so  nachweisen.
Gängige Tests wie der Prick-Test werden manchmal von einem Hausarzt durchgeführt. Allergietests sollte allerdings besser ausschließlich ein Facharzt – der Allergologe –  vornehmen. Es besteht die Möglichkeit, dass infolge des Tests ein anaphylaktischer Schock oder andere schwerwiegende Reaktionen auftreten. Allergologen sind auf solche Notfälle am besten vorbereitet.

Hauttests

Fotolia © Ursa Studio

Es werden folgende Hauttests unterschieden:

  • Perkutane (durch die Haut)
    → Prick-Test
    → Intracutan-Test
    → Scratch-Test
  • Epikutan (auf der Haut)
    → Reib-Test
    → Patch-Test

Bei den Perkutan-Tests werden die Allergene durch Kratzen oder leichte Einstiche in die oberflächlichen Hautschichten eingebracht. Bei den Epikutan-Tests werden sie lediglich mit der Hautoberfläche in Kontakt gebracht.

Es ist sehr wichtig, dass vor den Tests alle antiallergischen Arzneimittel abgesetzt und so weit wie möglich der Kontakt mit Allergenen im normalen Umfeld vermieden wird.
Bei allen Tests werden Kontrollwerte erstellt, um die Klarheit des Ergebnisses zu verbessern. Durch die direkte Gabe von Histamin wird ein eindeutig positives Ergebnis erzeugt. Um ein eindeutig negatives Ergebnis zu erzielen, verwenden Mediziner Kochsalzlösung.

Nun zu den einzelnen Hauttests:



Prick-Test

Dieser Test wird am häufigsten verwendet, um eine Allergie vom Typ I, dem Sofort-Typ zu diagnostizieren.  Dabei werden verschiedene Allergen-Extrakte tropfenförmig auf die Unterarme bzw. auf den Rücken aufgetragen. Anschließend wird die Haut mit einer Lanzette oder Nadel durch den Tropfen hindurch leicht eingestochen gestochen und kurz angehoben, sodass sich das jeweilige Allergen-Extrakt in der Haut verteilen kann.

Intrakutan-Test

Bei diesem Verfahren wird das Allergen- Extrakt sofort mit einer feinen Kanüle in die Lederhaut (intrakutan) gespritzt. Es kommt dabei normalerweise zur Bildung kleiner Quaddeln. Da das Verfahren sehr schmerzhaft sein kann und bisweilen falsch-positive Ergebnisse anzeigt (vor allem bei Nahrungsmitteln, Arzneimitteln oder Schimmelpilzen), verlassen sich Ärzte nach Möglichkeit lieber auf andere Haut-Tests.

Scratch-Test

Der Scratch-Test ähnelt dem Prick-Test. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Haut dabei einige Millimeter lang oberflächlich angeritzt wird. Dadurch kommt es allerdings zu Verletzungen und manchmal auch zu Überreaktionen, weshalb dieser Test nur noch sehr selten durchgeführt wird – zum Beispiel zur Diagnostizierung einer Medikamenten- oder Nahrungsmittel-Allergie.

Reib-Test

Handelt es sich um schwere Allergien (zum Beispiel gegen Tierhaare oder Nahrungsmittel), so genügt es, das Allergen in Reinform kurzzeitig auf die Haut zu reiben. In der Regel findet die Untersuchung am Unterarm statt. Es kommt in der Regel umgehend zu einer allergischen Reaktion (Typ I- Allergen).

Patch-Test

Der Patch-Test wird häufig bei der Diagnostik von Kontaktekzemen verwendet. Dabei werden die verdächtigten Allergen-Extrakte mithilfe eines Läppchen (Patches), Folien oder Pflaster für 24 oder 48 Stunden auf dem Rücken fixiert. Bei Kontrollen nach 24, 48, 72 und 96 Stunden wird die Intensität der Reaktion beurteilt. Diese Wartezeiten sind hierbei deshalb notwendig, um auch ein Kontaktekzem (Allergie vom Typ IV, dem Spät- Typ) zuverlässig feststellen zu können.

Auswertung:
0     =     Es besteht auf diesen Stoff keine Allergie
(+)    =    Es besteht auf diesen Stoff eine irritative Reaktion
+      =     Einfach positive allergische Reaktion
++     =     Zweifach positive allergische Reaktion
+++     =     Dreifach positive allergische Reaktion

Irritative Reaktionen werden auch als toxische Reaktionen (Hautreizungen) bezeichnet. Sie erreicht nach 24 Stunden ihren Höhepunkt erreicht hat und nimmt danach wieder ab (Decrescendo-Reaktion). Die irritative Reaktion ist scharf begrenzt und kann nach 24 Stunden schwer von einer allergischen Reaktion unterschieden werden. Eine allergische Reaktion hingegen nimmt kontinuierlich an Intensität zu (Crescendo-Reaktion), die Reaktion ist unregelmäßig begrenzt. Zudem können kleine Pusteln und Quaddeln an der Reaktionsstelle entstehen.

Tipp der Redaktion: Haben Sie Fragen zum Thema Allergietest? Schreiben Sie uns!



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