Häufigkeit von Allergien – ISAAC-Studie

Die ISAAC Studie (International Study of Asthma and Allergies in Childhood, 1991-2011)

Die ISAAC Studie untersuchte über einen Zeitraum von 20 Jahren rund zwei Millionen Allergiker und deren Lebensumstände in insgesamt 106 Ländern.

Dabei wurde deutlich, dass es in den Entwicklungsländern weniger Asthmatiker gibt als in den Industrienationen. Teils waren die Unterschiede frappierend: Während in Albanien gerade mal zwei Prozent der Bevölkerung von Allergien betroffen sind, sind es in den angelsächsischen Ländern, die das Ranking anführen, ganze 30 Prozent.

Der Grund: Durch Hygienemaßnahmen kommen Kinder aus Industrienationen mit weniger Keimen in Kontakt als in den Entwicklungsländern. Je früher das Immunsystem jedoch auf diese Weise getriggert wird, desto niedriger bleibt das Allergierisiko.

Einen Unterschied gibt es auch zwischen West- und Ostdeutschland. Nach der Wende gab es in der ehemaligen DDR sehr viel weniger Asthma– und Allergiefälle als im Westen. Der Grund: In der DDR kamen Kinder sehr früh in Kinderkrippen.

Während der 20-jährigen Studiendauer zeigten sich interessante Entwicklungen: Eines der Länder mit der niedrigsten Allergierate und der geringsten Allergiezunahme war Indien. Hier blieben die Zahlen in etwa gleich. Die Rate der Allergiepatienten in den übrigen Entwicklungsländern stieg hingegen stetig an, während sie in den angelsächsischen Ländern, in denen Spitzenwerte herrschten, stagnierte und sogar leicht zurückging. Der Rückgang kann bislang nicht ausreichend erklärt werden. Gründe werden in einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein bei  der Ernährung gesucht.

Tatsächlich besteht offenbar ein starker Zusammenhang zwischen Ernährung und Allergien: Was der allgemeinen Gesundheit zuträglich ist, z.B. mediterrane Kost und frisches Obst und Gemüse, ist auch für Allergiker von Vorteil.

Was Allergien hingegen Vorschub leistet, ist beispielweise das Rauchen der Eltern und damit das Passivrauchen ihrer Kinder.

In Deutschland stieg während der Studie die Asthmarate leicht an, allerdings sind schwere Asthmafälle hierzulande selten, was der guten medizinischen Versorgung geschuldet ist. In den Entwicklungsländern fehlt häufig das Geld, weshalb es hier auch mehr schweres Asthma gibt.

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