Gräserallergie

Eine Gräserallergie ist eine Überreaktion unseres Immunsystems gegen die an sich harmlosen Pollen von Gräsern. Die fünf Gräser, die am häufigsten für eine Allergie verantwortlich sind, sind das Wiesenknäuelgras, das Gewöhnliche Ruchgras, das Deutsche Weidelgras, das Wiesenrispengras und das Wiesenlieschgras.

Gräserallergie

Gräserallergie

Gräserallergie – Fotolia © Worytko Pawel

Gelangen die Pollen dieser Pflanzen in die Atemwege von Allergikern, lösen sie dort beispielsweise Fließschnupfen, eine verstopfte Nase, Nasentrockenheit, Hustenreiz, Kratzen im Hals und Halsschmerzen aus. Auch die Augen können betroffen sein und jucken, brennen oder tränen. Insgesamt sind die Symptome damit denen einer Erkältung sehr ähnlich.

Während man früher die Entstehung von Heuschnupfen kaum erklären konnte, weiß man heute, dass vor allem die gestiegenen Hygienestandards Mitschuld daran tragen, dass unser Immunsystem so leicht aus dem Takt zu bringen ist. Auch die Gene haben starken Einfluss auf das individuelle Heuschnupfenrisiko: Sind beide Elternteile Heuschnupfen-Patienten, wird das Kind mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ebenfalls betroffen sein.

Menschen mit einer Gräserallergie entwickeln manchmal Kreuzallergien und reagieren dann auch allergisch auf Tomaten, Kartoffeln, Oliven, Soja, Erdnüsse sowie Roggen und Weizen. Die Allergene dieser Lebensmittel ähneln den Gräserpollen und der Körper verwechselt sie schlichtweg. Deshalb handelt es sich in diesen Fällen um keine echten Nahrungsmittelallergien.



Da Gräserpollen kilometerweit mit dem Wind fliegen können, ist es sehr schwer, ihnen aus dem Weg zu gehen. Daher sind Heuschnupfen-Patienten in der Regel auf Medikamente (so genannte Antihistaminika) angewiesen. Eine weitere innovative Behandlungsform ist die Spezifische Immuntherapie (SIT), bei der das Immunsystem durch kleine, stetig steigenden Dosen von Allergenen langsam an die Allergieauslöser gewöhnt wird. Speziell für Heuschnupfen-Patienten gibt es inzwischen eine Tablette, die die Allergene der fünf häufigsten Gräser enthält. Diese Sublinguale Immuntherapie (SLIT) ist eine Alternative für alle, die die Behandlung nicht in Form einer Injektionstherapie (SCIT) beim Arzt vor Ort durchführen lassen möchten. Das Präparat ist sehr gut verträglich und genauso wirksam wie die SCIT.



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