Sublinguale Immuntherapie: Hyposensibilisierung ganz ohne Spritze

Viele Heuschnupfen-Patienten haben bereits davon gehört: Die Spezifische Immuntherapie (SIT) ist die derzeit einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit von Allergien. Bei der SIT werden dem Patienten – in der Regel im Rahmen einer Injektionstherapie (SCIT) – die allergieauslösenden Substanzen in geringen, langsam steigenden Dosen zugeführt, sodass das Immunsystem sich an die Allergene gewöhnt und mit der Zeit weniger stark oder auch gar nicht mehr darauf reagiert. Die SIT ist vor allem deshalb sinnvoll, weil sie einem Etagenwechsel und der Entstehung von Asthma vorbeugen kann.

SLIT - Therapie ohne Spritze

SLIT – Therapie ohne Spritze – Fotolia © HamsterMan

Die SCIT hat zwei Nachteile: Die Behandlung kann nur in der Arztpraxis durchgeführt werden. Anschließend müssen die Patienten dort noch mindestens eine Stunde warten, da es passieren kann, dass sich trotz der behutsamen Dosierung eine allergische Reaktion einstellt. Patienten mit Spritzenangst sowie Kinder empfinden zudem die Injektionsprozedur meist als unangenehm und schmerzhaft.

Zeitsparender, komfortabler und ganz ohne den unangenehmen Pieks funktioniert die Sublinguale Immuntherapie (SLIT). Das Behandlungsprinzip entspricht dem der SCIT, allerdings werden in diesem Fall die Allergene durch Tropfen oder Tabletten verabreicht. Die Tabletten beispielsweise werden einfach einmal täglich eingenommen – am besten gleich morgens auf nüchternen Magen. Sie sollten zunächst zwei Minuten im Mund zergehen, bevor sie geschluckt werden. Auf diese Weise können sich die Wirkstoffe optimal entfalten.
Die Behandlung sollte idealerweise vier Monate vor der Pollensaison beginnen.  Die erste Tablette wird unter ärztlicher Aufsicht eingenommen. Stellen sich nach 30 Minuten keine unerwünschten Reaktionen ein, können die Patienten die Behandlung beruhigt zuhause fortsetzen.

Die SLIT ist übrigens genauso gut wirksam wie die SCIT. Dies konnte inzwischen auch durch wissenschaftliche Studien belegt werden.



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