Nasenpolypen und Allergien

Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Häufig bleiben sie lange Zeit unentdeckt, bis Probleme wie eine ständig verstopfte Nase oder nächtliches Schnarchen auftreten. Weitere Anzeichen für Polypen können eine näselnde Stimme, ein eingeschränktes Riech- und Geschmacksempfinden, Kopfschmerzen, häufige Mittelohrentzündungen und im fortgeschrittenen Stadium anatomische Veränderungen (verdickte Nase, weit auseinanderstehende Augen) sein.

Betroffen sind meist Menschen über 30 Jahre. In einigen Fällen kommen Nasenpolypen jedoch auch schon bei Kindern vor. Besonders oft trifft es kleine Mukoviszidose-Patienten. Ungefähr jedes dritte Kind mit Mukoviszidose leidet unter Nasenpolypen.

Urheber: bilderzwerg

Auf der Suche nach den Ursachen von Nasenpolypen kommen neben wiederkehrenden Nasennebenhöhlen-Entzündungen, chronischem Schnupfen oder einer Pilzbesiedelung der Schleimhäute auch Allergien als Auslöser infrage. Insbesondere bei Heuschnupfen-Patienten sind die Nasenschleimhäute in der Regel stark strapaziert. Daher ist eine frühzeitige Behandlung von Heuschnupfen immer sinnvoll. Interessant: Ungefähr 40 Prozent aller Menschen mit Nasenpolypen leiden unter Asthma Bronchiale – welches bekanntlich häufig durch einen Etagenwechsel infolge einer nicht ausreichend behandelten Allergie entsteht.

Nasenpolypen kann der geschulte Blick eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes häufig schon mit bloßem Auge erkennen. Die Diagnose kann aber noch durch Röntgenaufnahmen, eine endoskopische Untersuchung oder mithilfe einer Computertomografie gesichert werden.
Als Therapie verabreicht der Arzt zunächst kortisonhaltige Präparate. Diese sind in der Lage, kleine Polypen schrumpfen zu lassen und sogar ganz zum Verschwinden zu bringen. Sollte eine Allergie vorliegen, ist es wichtig, dass diese ebenfalls behandelt wird – zum Beispiel mit einem Antihistaminikum oder der Spezifischen Immuntherapie (SIT, Hyposensibilisierung, Desensibilisierung). Auch eine eventuelle Nasennebenhöhlen-Entzündung muss immer mit behandelt werden.

Sind die Polypen schon sehr groß und beeinträchtigen sie die Atmung, wird der Arzt zu einer OP raten. Diese ist häufig ambulant unter lokaler Betäubung möglich. Dabei entfernt der Chirurg die Polypen mit einer Nasenpolypenschlinge oder mithilfe von Laser. Nach dem Eingriff müssen die Patienten noch eine Weile mit kortisonhaltigen Nasensprays nachbehandeln. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Entzündungen auftreten oder die Polypen wiederkehren.

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