Unbehandelter Heuschnupfen: „Etagenwechsel“ und andere Risiken

Eigentlich klingt „Heuschnupfen“ ganz harmlos. Die Symptome sind auf den ersten Blick nicht gefährlich, allenfalls ziemlich lästig. Doch während Patienten bei einer Erkältung auch schon einfach mal im wahrsten Sinne des Wortes abwarten und Tee trinken können, begleiten Allergien wie Heuschnupfen die Betroffenen manchmal  ein Leben lang.

Unbehandelter Heuschnupfen: „Etagenwechsel“ und andere Risiken

Säuglinge und Kinder haben noch die besten Chancen, dass die Allergie noch verschwindet: Bei etwa 75 Prozent der Kinder ist dies bis zum Schulalter der Fall. Auch im fortgeschrittenen Alter bessern sich Allergien in einigen Fällen, weil das Immunsystem offenbar träger wird und immer weniger sensibel reagiert.

Grundsätzlich kann im Laufe der Jahre die Anzahl der allergieauslösenden Stoffe steigen. Das Immunsystem reagiert also immer häufiger mit Heuschnupfensymptomen auf immer mehr Auslöser. Die Beschwerden, die normalerweise nur für die Dauer eines bestimmten Pollenfluges andauern, können dann das ganze Jahr über bestehen bleiben.



Gefährlich wird Heuschnupfen, wenn sich ein so genannter „Etagenwechsel“ vollzieht. Das bedeutet, dass die Symptome von den oberen Bereichen wie Nase und Augen auf die unteren Atemwege übergehen. Bei unbehandeltem Heuschnupfen beträgt das Risiko für einen Etagenwechsel nach jahrelanger Erkrankung ganze 30 Prozent. Sind die unteren Atemwege wie beispielsweise die Bronchien betroffen, führt das möglicherweise zu Asthma.

Um einen Etagenwechsel zu verhindern und damit eine Asthma-Erkrankung möglichst auszuschließen, sollten sich Heuschnupfen-Patienten stets in ärztliche Behandlung begeben. Nur eine sorgfältige Diagnose bringt Gewissheit, ob es sich tatsächlich um eine Allergie handelt und welche Allergene die Auslöser dafür sind. Anschließend kann der Arzt eine entsprechende Therapie verordnen, zum Beispiel Medikamente, die die Symptome unterdrücken (so genannte Antihistaminika). Eine weitere Möglichkeit bietet die Spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung genannt. Sie behandelt als einzige die Ursache der Allergie, indem das Immunsystem mit kleinen, regelmäßigen Allergen-Dosen an den Auslöser gewöhnt wird.

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