Häufigkeit von Allergien – Studie RKI

Zahlen des Robert-Koch-Instituts (KiGGS-Erhebung)

Quelle: Robert Koch-Institut (Hrsg.), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.) (2008)
Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. RKI, Berlin 2008

Häufigkeiten von allergischen Erkrankungen in den 12 Monaten vor der Befragung (»aktuell«)

Fast 17 % der Kinder und Jugendlichen sind von mindestens einer atopischen Erkrankung betroffen, d. h. sie litten in den 12 Monaten vor der Befragung laut ärztlicher Diagnose an Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma.

1. Heuschnupfen
An Heuschnupfen (Allergischer Rhinitis) leidet jedes elfte Kind (8,9 %). Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der Heuschnupfen-Patienten. Insgesamt sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen – ein Unterschied, der sich allerdings in der Gruppe der 14- bis 17-Jährigen weitgehend aufhebt.

Vier von fünf Kindern mit Heuschnupfen nehmen Medikamente dagegen ein.

7,3 % der Sieben- bis 17-Jährigen fehlten wegen Heuschnupfens bereits in der Schule (durchschnittlich vier Tage in den zwölf Monaten vor der Befragung).

2. Neurodermitis
An Neurodermitis leiden aktuell 7,5 % der 0- bis 17-Jährigen. Unter den 0- bis Zweijährigen gibt es mehr männliche, unter den 14- bis 17-Jährigen mehr weibliche Patienten. Zum Jugendalter hin wird Neurodermitis allgemein seltener.

Über 80 % der von Neurodermitis betroffenen Kinder und Jugendlichen wenden Medikamente oder Salben an.

3. Asthma
Von Asthma sind rund 3,3 % aller Kinder und Jugendlichen betroffen, Jungen häufiger als Mädchen (insbesondere bei den Drei- bis Sechsjährigen sowie unter den Elf- bis 13-Jährigen). Bis zum Alter von elf bis 13 Jahren steigt der Anteil der Asthmatiker an und bleibt dann in etwa gleich.

94,2 % der Patienten nahmen innerhalb des Einjahreszeitraums vor der Befragung
Medikamente ein, 48,2 % von ihnen war unter der Therapie anfallsfrei.
Jeder Zweite hatte jedoch  innerhalb der 12 Monate vor der KiGGS-Erhebung mindestens einen Asthmaanfall, 7,6 % davon mussten deshalb in eine Klinik aufgenommen werden, 8,9 % wurden notärztlich behandelt und 58,6 % begaben sich in ambulante ärztliche Versorgung.

Fast jeder fünfte der asthmakranken Sieben- bis 17-Jährigen fehlte wegen der Krankheit in der Schule (im Durchschnitt fünf Tage im vorangegangenen Jahr).

Obwohl Tabakrauch als ein möglicher Risikofaktor für Asthma diskutiert wird, ist in
51,1 % der Familien mit einem asthmakranken Kind mindestens ein Elternteil Raucher.
Vor allem in Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status wird in Gegenwart des asthmakranken Kindes zu Hause geraucht (in 56,6 % der Fälle). Bei Familien mit mittlerem und hohem Sozialstatus liegt der entsprechende Anteil bei 31,0 % bzw. 11,0 %.

Ein Fünftel der asthmakranken Elf- bis 17-jährigen Jugendlichen gibt an, selbst aktiv zu rauchen. Der Raucheranteil unter den asthmakranken Jugendlichen liegt genauso hoch wie unter Altersgenossen ohne Erkrankung.

Häufigkeiten von allergischen Erkrankungen im bisherigen Leben (»jemals«)

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, bei denen jemals im bisherigen Leben von einem Arzt eine atopische Erkrankung festgestellt wurde, beläuft sich auf insgesamt 22,9 %. Unter den Patienten befinden sich mehr Jungen als Mädchen.
Bis zur Gruppe der Elf- bis 13-Jährigen nehmen die allergischen Erkrankungen stetig zu.

1. Heuschnupfen
Laut KiGGS hatten 10,7 % aller Kinder und Jugendlichen bereits Heuschnupfen. Im Altersverlauf nimmt der Anteil der jemals an Heuschnupfen Erkrankten von 5 % bei den Drei- bis Sechsjährigen auf 18,4 % bei den 14- bis 17-Jährigen zu. Jungen sind ab der Altersgruppe von drei bis sechs  Jahren häufiger betroffen als Mädchen.

2. Neurodermitis
An Neurodermitis waren bereits 13,2 % aller Kinder und Jugendlichen erkrankt, wobei es keine geschlechterspezifischen Unterschiede gibt. Am häufigsten war die Gruppe der Drei- bis Sechsjährigen betroffen (13,3%).

3. Asthma
Bei insgesamt 4,7 % der 0- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen wurde Asthma diagnostiziert, bei Jungen häufiger als bei Mädchen. Der Anteil der jemals von Asthma Betroffenen nimmt bis zur Altersgruppe der Elf- bis 13-Jährigen stetig zu und bleibt dann stabil bei 7 %.

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