Erkältung oder Allergie? So deuten Sie die Symptome richtig

Wenn die Nase läuft, die Augen tränen und der Hals zu kratzen beginnt, kündigt sich eine Erkältung an – so heißt es zumindest im Volksmund. Dass es sich dabei aber genauso gut um eine Allergie handeln könnte, gerät oft in Vergessenheit. Nicht umsonst herrscht hier „akute Verwechslungsgefahr“. Doch lassen sich die beiden Erkrankungen überhaupt voneinander unterscheiden? Mit diesen Tipps können Sie die Symptome richtig deuten.

Erkältung oder Allergie? So deuten Sie die Symptome richtig

Erkältung oder Allergie

Fotolia © K.- P. Adler

Der Zeitpunkt

Es scheint, als richte sich die Allergie nach einer inneren Uhr. Wie sonst könnte sie uns jedes Jahr exakt zur selben Zeit heimsuchen? Ihre Hauptsaison beginnt pünktlich zum Frühlingsanfang. Treten gerade dann Symptome wie chronische Abgeschlagenheit oder tränende Augen auf, ist eine allergische Reaktion naheliegend. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich hierbei um eine Pollenunverträglichkeit, die es ärztlich abzuklären gilt. Doch auch im Herbst ist nicht von vornherein von einer Erkältung auszugehen. Auch hier könnte der Schnupfen Ausdruck einer Allergie wie etwa einer Hausstauballergie sein. Während uns die allergische Reaktion in regelmäßigen Zyklen belästigt, hält sich die Erkältung kaum an den Kalender. Sobald unser ohnehin geschwächtes Immunsystem mit Viren in Berührung kommt, setzt das typische Krankheitsgefühl ein. Am häufigsten schlägt es in den kühlen Herbst- und Wintermonaten zu.



Kleiner Tipp: Macht sich das Krankheitsgefühl bei nasskaltem Wetter bemerkbar, spricht alles für Erkältungsviren, die in dem ungemütlichen Nass bekanntlich Hochsaison haben. Gleichzeitig klingen bei Pollenallergikern die Symptome wieder ab. Schließlich wird die Luft kurzfristig von den entsprechenden Blütenpollen gereinigt.

Die Ausbruchsdauer

Bricht der Schnupfen plötzlich und überraschend stark aus, handelt es sich meist um eine allergische Reaktion. Der Organismus muss kürzlich mit dem jeweiligen Reizstoff wie zum Beispiel mit Blütenpollen in Kontakt getreten sein. Dementsprechend gilt: Je weiter man sich vom potentiellen Auslöser entfernt, desto schwächer werden die Begleiterscheinungen. Betritt der Pollenallergiker einen geschlossenen Raum, sollten die unangenehmen Symptome wie tränende Augen innerhalb von wenigen Stunden deutlich nachlassen. Einer sofortigen Besserung unterliegen die typischen Niesattacken. Der Erkältungsschnupfen hingegen richtet sich nach der „3-Tage-Regel“. In 3 Tagen bricht er aus, 3 Tage bleibt er und 3 Tage später ist er verschwunden. Ein schlagartiger Ausbruch ist damit eher unwahrscheinlich. Stattdessen kündigt er sich langsam mit Vorboten wie Heiserkeit, Erschöpfung und Kopfschmerzen an.

Die Farbe des Nasensekrets

Häufig können Farbe und Konsistenz des Nasensekrets Klarheit über die konkrete Ursache der Erkrankung verschaffen. Typisch für den Erkältungsschnupfen ist ein grün-gelblich gefärbter zähflüssiger Schleim. Bei einer Allergie hingegen sondert die Nase hauptsächlich ein klares und wässriges Sekret ab.

Halsbeschwerden

Heiserkeit, Husten, Schluckbeschwerden und Halsschmerzen – das typische Krankheitsbild eines Erkältungsschnupfens. Ähnliche Symptome lassen sich zwar auch beim Allergieschnupfen beobachten, hier sind sie jedoch deutlich kurzlebiger. Sobald der Reizstoff außer Reichweite ist, lassen die Begleiterscheinungen nach – anders beim Erkältungsschnupfen. Der Husten ist permanent vorhanden und verliert erst in den darauffolgenden Tagen an Intensität. Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt in der Stärke der Beschwerden. Während beim Allergieschnupfen von akuten Hustenattacken zu sprechen ist, nimmt die Hustenstärke beim Erkältungsschnupfen nur schleichend ab.

Juckreiz

Anhaltender Juckreiz im Augen-, Rachen- und Nasenbereich deutet mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine allergische Reaktion hin. Von vergleichbaren Beschwerden wird beim Erkältungsschnupfen kaum bis überhaupt nicht berichtet.

Fieber

Eine erhöhte Temperatur gilt als eines der sichersten Anzeichen für einen Erkältungsschnupfen. In der Regel wird jeder Infekt von Fieber begleitet. Dasselbe lässt sich jedoch nicht vom Allergieschnupfen behaupten. Hier zählt Fieber sogar zu den seltensten und damit unwahrscheinlichsten Symptomen.



Erkältung oder Allergie? So deuten Sie die Symptome richtig
4.7 (93.33%) 3 votes

Informationen zum Artikel

2 Antworten auf "Erkältung oder Allergie? So deuten Sie die Symptome richtig"

  1. Danke für diesen Artikel! Das habe ich mich bereits sehr oft gefragt, weil es echt schwer ist dazwischen zu unterscheiden! Macht weiter so! Kann man euch auch abonnieren? LG, Flo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Werbung
Werbung

Allergie Archiv