Tipps für Weintrinker bei Histamin-Intoleranz

Reichlicher Weingenuss kann zu Kopfschmerzen führen. Das hat vermutlich jeder Weinliebhaber schon einmal erlebt. Doch nicht nur der Alkohol sorgt bei einigen Menschen für Katerstimmung am nächsten Tag.

Histamin-Intoleranz – was ist das eigentlich?

Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz – Fotolia © Roman Sigaev

Eine Histamin-Intoleranz, auch als Histaminose oder Histaminallergie bezeichnet, ist eine Unverträglichkeit von Histamin. Histamine sind Naturstoffe, die im menschlichen Körper als Gewebshormone und Neurotransmitter fungieren und bei entzündlichen Reaktionen beteiligt sind. Vielen ist Histamin von der Allergie bekannt, denn das Gewebshormon spielt auch bei allergischen Reaktionen eine entscheidende Rolle. Histamine sorgen beispielsweise dafür, dass bei Entzündungen und Allergien das Gewebe anschwillt. Auch im Verdauungstrakt, bei der Magensäureproduktion und bei der Regulation des Zentralnervensystems nimmt Histamin Einfluss. Eine Histaminallergie ist aber eigentlich gar keine Allergie, sondern vielmehr eine Unverträglichkeit gegen das Gewebshormon. Histamine stecken hauptsächlich in Lebensmitteln, die bakteriell fermentiert werden. Dazu gehört neben geräuchertem Fleisch, Salami, gereiften Käsesorten und Sauerkraut auch Rotwein. Nach dem Konsum von Lebensmitteln mit einem hohen Histamingehalt leiden Menschen mit einer Histamin-Intoleranz unter starkem Schwitzen, Asthma-Anfällen, Magen-Darm-Problemen, verstopfter Nase oder Kopfschmerzen.


Tipps für Weintrinker bei Histamin-Intoleranz

Während Rotweine einen recht hohen Histamingehalt aufweisen können, sind Weißweine häufig histaminfrei. Bei Rotweinen gilt: Je höher der Reifegrad des edlen Tropfens, desto höher ist der Histamingehalt. Der Gehalt an Alkohol spielt für die Verträglichkeit hingegen keine Rolle. Junge Rotweine und trockene Weißweine sind häufig so gut wie histaminfrei und werden deshalb auch von Allergikern gut vertragen. Für richtige Weinliebhaber wird es vermutlich kein Trost sein, aber auch Sekt wird in der Regel gut vertragen, da der Histamingehalt sehr niedrig ist. Vorsicht ist jedoch bei französischem Champagner geboten. Da dieser teilweise aus roten Trauben hergestellt wird, enthält er bis zu 670 µg des Gewebshormons pro Liter. Wer trotz Unverträglichkeit nicht auf einen guten roten Wein verzichten möchte, sollte diesen nicht gemeinsam mit anderen histaminreichen Nahrungsmitteln, Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Fisch oder Medikamenten wie Verapamil, Acetylcystein und Antidepressive genießen. Bei einer bekannten Histaminunverträglichkeit können vor dem Weinkonsum Antihistaminika oder DAO-Tabletten eingenommen werden. Diese lindern die Symptome, können sie aber in der Regel nicht komplett verhindern.



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